{"id":71,"date":"2015-01-23T08:37:29","date_gmt":"2015-01-23T07:37:29","guid":{"rendered":"http:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/?p=71"},"modified":"2015-01-23T08:39:18","modified_gmt":"2015-01-23T07:39:18","slug":"erbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/erbe\/","title":{"rendered":"Erbe"},"content":{"rendered":"<h2>Der Geschichten um die Blauhelme zweiter Teil<br \/>\nJ\u00f6rg Meierotte<\/h2>\n<h3><em>Es ist das Jahr Achtundvierzig nach dem vorl\u00e4ufigen Ende der Finsternis. Diese Erz\u00e4hlung spielt im gleichen Zeitraum wie \u00bbDie Vereinbarung\u00ab aus dem D\u00e4monenboten 70 (Follow 412) und in direktem Anschluss an \u00bb<a title=\"Echo\" href=\"http:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/?p=60\">Echo<\/a>&#8220; aus dem D\u00e4monenboten 75 (Follow 421).\u00a0<\/em><\/h3>\n<p>Taz Breitbust war in Eile. Schnell war er zu seiner H\u00fctte im Hafenviertel Ureban Na Xertes gelaufen, um sich ein schwarzes Hemd \u00fcberzustreifen. Der blaue Fleck auf seiner Brust hatte sich in den letzten Augenblicken nicht nur verdunkelt, so dass er jetzt eine k\u00f6nigsblaue Farbe annahm, er hatte auch die Umrisse eines Helmes angenommen.<br \/>\nDer Goblin schaute sich um. Er stellte fest, dass Limm Weitwurf ihm nicht gefolgt war. Er atmete tief durch, schaute \u00fcber seine Habe, entschied sich f\u00fcr ein Messer mit und hastete zum Viertel der Z\u00fcnfte.<\/p>\n<p>Als er die Taverne Zum fr\u00f6hlichen Kling Klong erreichte war er au\u00dfer Atem. Die Sonne neigte sich dem Horizont entgegen. Vor der T\u00fcr ein wei\u00dfes Schild, dass die Umrisse eines Zwerges zeigte, umgeben von einem roten Kreis war, dazu ein diagonaler Strich den Zwergenschattenriss. Der Goblin atmete nochmals tief durch und betrat die Schenke.<\/p>\n<p>\u00dcberall hingen albyonische Gegenst\u00e4nde. Schilde, Felle und Schwerter bedeckten die W\u00e4nde. Es roch nach Pfeife. Hinter der Theke stand der im Viertel der Z\u00fcnfte bekannte Bert MacMullay, der ein Gespr\u00e4ch mit einer anderen Ber\u00fchmtheit f\u00fchrte, dem Dag und Kupferschmied Glonder Grubol. Taz bemerkte, wie der Blick des Wirtes kurz auf ihm verweilte, er sich dann aber wieder seinem Gespr\u00e4chspartner zuwandte. Der Goblin schaute sich im Schankraum um und sah dann Drugnar Gunnarson, von dem er wusste, dass er hier oft verkehrte. Der Mensch mit den schwarzen Haaren und breiten Oberarmen sa\u00df allein an seinem Tisch und schaute nachdenklich in ein Bier aus der Hausbrauerei. Der Goblin ging zu ihm her\u00fcber und setzte sich.<!--more--><\/p>\n<p>\u00bbEh, Drugnar, du bemerkst auch nichts mehr, oder?\u00ab<br \/>\nDer Mensch zeigte einige Augenblicke keine Regung, schaute aber dann von seinem Bier auf.<br \/>\n\u00bbTaz Breitbrust! Menschenskinder, dich gibt es noch? Wir haben uns doch seit dem Tod meines Vaters nicht mehr gesehen.\u00ab<br \/>\n\u00bbJa, war eine tolle Totenfeier in der Veteranenvereinigung unserer V\u00e4ter.\u00ab<br \/>\n\u00bbWas f\u00fchrt dich hier hin? Doch nicht das albyonische Bier?\u00ab<br \/>\n\u00bbDrugnar, du bist ein unverbesserlicher S\u00e4ufer. Du bekommst nichts mehr mit.\u00ab<br \/>\n\u00bbWas sollte ich denn au\u00dfer deiner Anwesenheit noch bemerkt haben?\u00ab<br \/>\nTaz zog bei diesen Worten sein Hemd hoch und entbl\u00f6\u00dfte seine Brust. Das Mal leuchtete leicht im schimmrigen Licht der Taverne. Der Mensch zog sein Hemd hoch und bemerkte zum ersten Mal, dass er das gleiche Symbol auf der Brust trug.<br \/>\n\u00bbDu hast es also auch. Du wei\u00dft auch, was das hei\u00dft\u00ab, nahm der Goblin das Gespr\u00e4ch wieder auf. \u00bbEr ist zur\u00fcck.\u00ab<br \/>\nW\u00e4hrend dieser Worte versuchte Drugnar das Mal auf seiner Brust zu verreiben, was allerdings nicht gelang.<br \/>\n\u00bbDu Dummkopf, das ist h\u00f6here Magie\u00ab, ging Taz seinen gegen\u00fcber an.<br \/>\n\u00bbJetzt werd&#8216; Mal nicht frech, Kleiner, sonst setzt es gleich eins.\u00ab<br \/>\n\u00bbKomm&#8216; mir nicht so. Wei\u00dft du, was dieses Mal bedeutet?\u00ab<br \/>\n\u00bbNat\u00fcrlich. Unsere V\u00e4ter waren beide in der Horde in Waligoi und geh\u00f6rten damals zu den Blauhelmen. Das war ihr Erkennungszeichen. Allerdings war ihr Anf\u00fchrer eines Tages verschwunden, so sagte es zumindest mein alter Herr, und das Mal verblasste nach und nach. So deutlich wie auf uns Zweien habe ich es bei meinem Vater nie gesehen. Aber was hat das alles zu bedeuten?\u00ab<br \/>\n\u00bbEr ist zur\u00fcck, du Spatzenhirn!\u00ab, schrie Taz mit schriller Stimme und durch den ganzen Schankraum, sodass sich einige G\u00e4ste kurz umdrehten. \u00bbSamsa ist zur\u00fcck!\u00ab Bei diesen Worten wurde er kreidebleich.<\/p>\n<p>Drugnar gab einer Bedienung ein Handzeichen, woraufhin diese schnell zwei Kr\u00fcge Bier brachte. Taz nippte daran und gewann wieder an Farbe.<br \/>\n\u00bbEr kam mit dem Schiff, heute erst\u00ab, begann der Goblin mit zitternder Stimme, \u00bbund ist schon dabei, eine Armee f\u00fcr einen neuen Feldzug aufzustellen.\u00ab<br \/>\n\u00bbDie Sch\u00e4delinsel ist eh \u00fcberbev\u00f6lkert\u00ab, warf Drugnar ein.<br \/>\n\u00bbDas Mal zeigt doch, dass wir wie unsere V\u00e4ter in seinen Dienst eintreten sollen.\u00ab<br \/>\n\u00bbOder eher m\u00fcssen.\u00ab<br \/>\n\u00bbIch will aber nicht von hier weg.\u00ab<br \/>\n\u00bbIch schon, die verdammten Zwerge machen mein Gesch\u00e4ft kaputt. Deshalb gehe ich auch immer hier trinken. Vielleicht kann man woanders sein Gl\u00fcck machen. Was besseres als hier finde ich \u00fcberall.\u00ab<br \/>\n\u00bbDu vielleicht.\u00ab Taz nahm noch einen Schluck von dem Gerstensaft. \u00bbAuf dem Schlachtfeld bin ich doch zu nichts zu gebrauchen. Ich werde mich aus dem Staub machen, irgendwo im Hinterland der Sch\u00e4delinsel. Da wird er mich so schnell nicht finden.\u00ab<br \/>\n\u00bbUnd wieso sollte ich Samsa nicht sagen, dass du auf dem Weg dahin bist, Herr Neunmalklug?\u00ab<br \/>\n\u00bbWeil ich deinen Deckel hier begleichen werde.\u00ab Er griff in seine Tasche, holte einige M\u00fcnzen hervor, zeigte sie seinem Gegen\u00fcber und setzte einen fragenden Gesichtsausdruck auf.<br \/>\n\u00bbDas reicht ja gerade Mal f\u00fcr heute Abend\u00ab, entgegnete dieser nur.<br \/>\n\u00bbIst mir egal, nimm es, alter Schluckspecht.\u00ab<br \/>\nDer Goblin knallte das Geld auf den Tisch, nahm einen letzten Schluck und ging in die Richtung der T\u00fcre. \u00bbFahr du doch mit diesem verr\u00fcckten D\u00e4monen sonstwohin, ich werde mein Leben sicher nicht auf dem Schlachtfeld verlieren.\u00ab<\/p>\n<p>Taz war noch einige Schritte von der T\u00fcr entfernt, als diese sich \u00f6ffnete. Die Sonne war soeben untergegangen und der Horizont in orange- und Rott\u00f6nen gef\u00e4rbt. Ein riesiger Mensch stand im Rahmen.<br \/>\n\u00bbTaz Breitbrust, wo willst du denn hin?\u00ab, sprach der H\u00fcne ihn an. \u00bbDu nimmst sch\u00f6n an diesem Tisch wieder Platz. Schau doch, dein Krug ist noch nicht leer.\u00ab<br \/>\nBei den letzten Worten begannen seine Augen in leichtem Rot zu leuchten. Der Goblin begann zu zittern, bewegte sich sonst jedoch nicht.<br \/>\n\u00bbGut, dann werde ich dich zu deinem Platz geleiten.\u00ab Das Leuchten in den Augen wurde intensiver und in eben diesem Moment begann der Goblin zu schweben, drehte sich in der Luft und bewegte sich in Richtung des Tischs. Der Stuhl, auf dem Taz zuvor gesessen hatte, bewegte sich ebenfalls und einen Augenblick sp\u00e4ter nahm der Goblin unfreiwillig dort Platz. Er sagte keinen Ton.<\/p>\n<p>Der H\u00fcne, der einen langen schwarzen Waffenrock mit einem Sch\u00e4del als Verzierung trug, stand weiterhin im T\u00fcrrahmen und warf einen langen Schatten in den Schankraum. Er schritt zur Theke, sch\u00fcttelte Wirt und Kupferschmied die Hand und sprach kurz mit dem Inhaber in einer Sprache, die dem weiterhin zitternden Taz nicht gel\u00e4ufig war.<\/p>\n<p>Direkt hinter dem H\u00fcnen betrat eine kleine, schmale Dunkelelbin mit tiefschwarzen Haaren den Raum. Sie ging leicht und ihr Gang glich einem Tanz. Sie setzte sich ebenfalls an den Tisch, an dem bereits Drugnar und Taz sa\u00dfen, sprach allerdings kein Wort. Dem Goblin fiel auf, dass sie den Kopf etwas nach links geneigt hatte.<\/p>\n<p>Der riesige Mensch beendete sein Gespr\u00e4ch und kam mit zwei Gl\u00e4sern Wein zur\u00fcck an den Tisch, reichte eins seiner Begleiterin und nahm auf dem letzten freistehenden Stuhl Platz. Mit s\u00e4uselnder Stimme sagte er: \u00bbSo, meine Lieben, dann mal \u203aAuf Sataki\u2039.\u00ab Er stie\u00df mit Drugnar und der Elbin an. Als sie die Gl\u00e4ser wieder absetzten ging der Blick des Neuank\u00f6mmlings von Gesicht zu Gesicht seiner kleinen Tischgesellschaft. Er stie\u00df einen Seufzer aus.<br \/>\n\u00bbEs ist doch traurig in dieser Stadt. Viel zu viele Wesen, die Sataki-Priester sind ein lahmer Haufen und die D\u00e4monen sind eine Meute Taugenichtse. Ich bin einen halben Tag hier und langweile mich schon zu Tode.\u00ab Er kratzte sich am Kopf und trank einen Schluck aus seinem Glas. \u00bbIch frage mich, wie man es hier so lange aushalten kann. Ich werde Ureban wieder verlassen \u2013 und ihr werdet mit mir kommen.\u00ab Er nahm einen weiteren Schluck und schaute mit seinen rot leuchtenden Augen in die Runde hinein. Drugnar nickte rhythmisch mit seinem Kopf, w\u00e4hrend ein L\u00e4cheln seine Lippen umspielt. Die Dunkelelbin zeigte ein versteinertes Gesicht, aus dem sie sich eine Str\u00e4hne hinter das Ohr strich. Taz bewegte sich weiterhin nicht, er zitterte nur leicht.<br \/>\n\u00bbEntschuldige, ich verga\u00df\u00ab, nahm der Wortf\u00fchrer den Gespr\u00e4chsfaden wieder auf. Das Leuchten in seinen Augen verschwand, so dass es wieder in ein Tiefschwarz zur\u00fcckfiel. Der Goblin griff daraufhin schnell zu seinem Krug und nahm einen gro\u00dfen Schluck.<\/p>\n<p>\u00bbWo sind meine Manieren nur geblieben? Drugnar, Taz, Ilara kennt ihr, oder etwa nicht? Sie ist die Tochter von Myra. Die Zeit ist wirklich vergangen. Eure Eltern sind allesamt hin\u00fcber. Nur ich bin von damals \u00fcbrig geblieben.\u00ab Er nahm einen weiteren Schluck.<br \/>\nKurze Zeit war es still geworden. Drugnar traute sich als Erster die Stille zu brechen.<br \/>\n\u00bbUnsere Eltern sind alle aus Waligoi zur\u00fcckgekehrt, bevor das Finstere Imperium nach und nach zerbrach. Wieso seid ihr das nicht auch?\u00ab<br \/>\n\u00bbWeil eure Eltern mich verraten haben. Wir verfolgten damals im Auftrag von Orted ak Ceddi den Reiter der Finsternis. Doch als die ganze Situation auf des Messers Schneide stand, haben alle zehn Blauhelme wie feige Hunde gekniffen.\u00ab<br \/>\n\u00bbDas wusste ich nicht\u00ab, sagte Drugnar, nachdem er gespannt den kurzen S\u00e4tzen gelauscht hatte. \u00bbMein Vater sprach nie viel von der Zeit in Waligoi.\u00ab<br \/>\n\u00bbDas war wom\u00f6glich besser von ihm. Aber hier ist die gute Nachricht f\u00fcr euch. Ihr k\u00f6nnt die Schuld eurer V\u00e4ter und M\u00fctter nun tilgen und mich nach Waligoi begleiten. Ilara hat mir bereits zugesagt. Wie sieht es mit euch beiden aus?\u00ab<br \/>\nDrugnar stand augenblicklich auf und reichte Samsa die Hand. Dieser nahm sie l\u00e4chelnd entgegen. Als die zwei dort feierlich standen sprang Taz auf.<br \/>\n\u00bbIch komm ganz sicher nicht mit. Ihr seid doch alle verr\u00fcckt. Mit einer Armee, die seid Jahren nicht gek\u00e4mpft hat und vermutlich noch nicht Mal einen Onager bedienen kann ins Ewige Eis zu fahren, nur weil einer von euch Langeweile hat und die anderen zwei Versager sind. Sucht euren Tod wo immer ihr ihn haben wollt.\u00ab Bei den letzten Worten stand er auf, r\u00fcckte seine Kleidung zurecht und ging zur T\u00fcr. Auf einmal hielt er wie zu einer Salzs\u00e4ule erstarrt an.<br \/>\n\u00bbAch Taz, du bist ein Angsthase wie schon dein alter Herr.\u00ab Die Augen des H\u00fcnen leuchteten wieder rot auf. \u00bbWarst du je in der \u00dcberzeugung eine Wahl zu haben? Ich gab dir die Chance nicht nur die Schuld deines Vaters auszuradieren, sondern auch zu Ruhm und Ehre zu kommen. Leider hast du diese Gelegenheit ergriffen. Zwei Dinge sind f\u00fcr mich klar: Einen Kerl wie dich braucht Sataki nicht in seinem Gefolge \u2013 und meine Geduld ist endlich. Drugnar, sei doch so freundlich.\u00ab<br \/>\nDer Gerufene ging zum Goblin her\u00fcber, zog dessen Messer aus der Scheide, schnitt Taz die Kehle auf und f\u00fchrte die Klinge zur\u00fcck an seinen Platz. Das Blut pulste auf den Boden. Die Augen des Magiers hatten wieder die normale schwarze Farbe angenommen. Der Goblin sank zu Boden, Drugnar griff ihn an den F\u00fc\u00dfen und zog ihn auf die Stra\u00dfe heraus.<\/p>\n<p>\u00bbIlara, trink aus, wir m\u00fcssen die anderen sieben noch aufsuchen.\u00ab<br \/>\n\u00bbFinden wir f\u00fcr diesen Feigling einen Ersatz?\u00ab<br \/>\n\u00bbEr hat keine Geschwister. Fahren wir also zu zehnt nach Waligoi.\u00ab<br \/>\nW\u00e4hrend Ilara bereits zur T\u00fcr schritt drehte sich Samsa zum Wirt und schnippte ihm eine M\u00fcnze her\u00fcber.<br \/>\n\u00bbTut mir leid, die Sauerei.\u00ab<\/p>\n<p>Der Geschichten um die Blauhelme zweiter Teil<br \/>\nERBE<br \/>\nJ\u00f6rg Meierotte<br \/>\nFrankfurt am Main<br \/>\nMai 2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Geschichten um die Blauhelme zweiter Teil J\u00f6rg Meierotte Es ist das Jahr Achtundvierzig nach dem vorl\u00e4ufigen Ende der Finsternis. 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