{"id":241,"date":"2025-06-08T16:53:36","date_gmt":"2025-06-08T15:53:36","guid":{"rendered":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/?p=241"},"modified":"2025-06-08T16:54:08","modified_gmt":"2025-06-08T15:54:08","slug":"die-saga-des-sprechenden-schaedels-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/die-saga-des-sprechenden-schaedels-3\/","title":{"rendered":"Die Saga des sprechenden Sch\u00e4dels (3)"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kapitel 2 &#8211; Die Hochzeitsgesellschaft<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dramatis personae<\/h3>\n\n\n\n<p>Reeve Amery mit seinem Wolf Loona <br>Chimia Ferrarius, eine Schmiedin <br>Dalvenea, eine \u00dcberlebensk\u00fcnstlerin <br>in weiteren Rollen, der Spielleiter <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was bisher geschah<\/h3>\n\n\n\n<p>Es ist der Fr\u00fchling des Jahres 55 nach der Finsternis auf der Estlichen Welt. Die drei Jugendlichen Reeve, Chimia und Dalvenea bereiteten sich auf die Pilgerreise nach Timor vor. Diese gilt in der Region der sudlichen Leere als \u00dcbergangsritual zum Erwachsensein. Innerhalb dieser Vorbereitungen versuchen sie, gemeinsam mit Ikkirus, dem \u00f6rtlichen Gelehrten, ein Ansurum, einen goldenen Vogel zu finden. Sie finden ein Nest und k\u00f6nnen eine goldene Feder sichern. Vor der H\u00f6hle, die die Brutst\u00e4tte enth\u00e4lt, treffen sie auf eine weitere Jugendgruppe und es kommt nach einigen Provokationen der Gegenseite zu Handgreiflichkeiten, die Chimia mit ihren Kampfk\u00fcnsten beenden kann. Nach ihrer R\u00fcckkehr in ihren Heimatort Broscia muss die Gruppe allerdings feststellen, dass die anderen Jugendlichen eine g\u00e4nzlich andere Geschichte erz\u00e4hlen. Asta, die Dorf\u00e4lteste und Priesterin der Timoria, beschlie\u00dft daher, dass es besser w\u00e4re, wenn die drei Freunde ohne die gr\u00f6\u00dfere Gruppe aus dem Dorf die Reise fortsetzen, damit es zu keinen weiteren Streitigkeiten kommt, und am n\u00e4chsten Tage bereits aufbrechen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf ihrem Weg erleben sie, wie ein Geh\u00f6ft durch eine Gruppe Jugendlicher \u00fcberfallen wird. In der Stadt Varase treffen die Pilger auf den Wanderprediger Tonius, in den Dalvenea sich auf den ersten Blick verliebt. Tonius fragt, ob er mit ihnen nach Timor reisen kann, und die Gruppe willigt ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die bisherigen Abenteuer dieser Rollenspielrunde wurden in D\u00e4monenbote 112, Follow 462 sowie D\u00e4monenbote 115, Follow 465 ver\u00f6ffentlicht. Auch auf www.horde-der-finsternis.de<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erste Schritte mit Tonius<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach zweieinhalb Tagen ohne spannende Vorkommnisse scheint das Vierergespann eine andere Gruppe mit sch\u00e4tzungsweise 25 Personen einzuholen. Einige hundert Schritte entfernt wird deutlich, dass ein paar der Leute rituelle Gew\u00e4nder, \u00e4hnlich denen von Tonius, tragen. Sicherlich weitere Pilgerer auf Reisen. Tonius wirkt sichtlich unruhig und r\u00fcckt mit der Sprache raus. Er erkennt einige von ihnen durch seine Predigten in Varase und m\u00f6chte ihnen nicht begegnen. Dalvenea stimmt gleich zu, w\u00e4hrend Reeve nur forschend fragt: \u00bbWas ist denn so schlimm an denen?\u00ab \u00bbEinige der Frauen waren ziemlich aufdringlich.\u00ab \u00bbBei uns gibt es das doch auch\u00ab, kontert Reeve und kichert, nur um einen Schlag auf die Schulter von Dalvenea abzubekommen. Chimia lacht und genie\u00dft die Vorf\u00fchrung, die sich vor ihr entfaltet. Tonius schaut daraufhin irritiert und interessiert Nea an und ihre Blicke treffen sich. Sie l\u00e4uft knallrot an und stammelt eine Entschuldigung. Nach Worten suchend, wechselt Tonius schlussendlich das Thema und bittet erneut, der Gruppe aus dem Weg zu gehen. Eine Pause w\u00e4re gerade recht und so setzten sich die Vier an einer geeigneten Stelle zur Rast nieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder schiebt sich etwas zwischen die Z\u00e4hne und f\u00fcllt das Trinkwasser an einem Bach in der N\u00e4he auf. Dalvenea h\u00e4lt sich &#8211; Reeves Worten geschuldet &#8211; zur\u00fcck und setzt sich im Schneidersitz auf den Boden. Nur einige verstohlene Blicke bahnen sich ihren Weg zu Tonius, der seelenruhig auf einem Baumstamm Platz nimmt. Chimia setzt sich neben Dalvenea und schaut sie fragend an. \u00bbIch will nicht dar\u00fcber reden. Reeve hat genug gesagt.\u00ab \u00bbDu brauchst dich nicht zu sch\u00e4men. Alles in Ordnung\u00ab, beschwichtigt Chimia und umarmt ihre Freundin. \u00bbDanke, du bist eine tolle Freundin\u00ab, erwidert Dalvenea und nimmt dankbar das Zeichen der Verbundenheit an.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend setzt sich Chimia weiter weg, um ihren Hirschsch\u00e4del abschlie\u00dfend zu s\u00e4ubern, nachdem sie die letzten Abende bereits angefangen hatte, die Haut abzuziehen und das Fleisch zu entfernen. Interessiert n\u00e4hert sich Tonius: \u00bbM\u00f6chtest du in die Stirn ein Zeichen hinein schnitzen?\u00ab \u00bbOh, das ist eine tolle Idee. Ich glaube, ich wei\u00df schon was!\u00ab, verk\u00fcndet Chimia mit Vorfreude. \u00bbDa bin ich aber gespannt\u00ab, verk\u00fcndet der Prediger und schenkt ihr sein strahlendes L\u00e4cheln. Sie erwidert es mit einem kurzen Hochziehen der Mundwinkel und widmet sich wieder ganz ihrem Sch\u00e4del. Mit einem Stock versucht sie, das Gehirn daraus zu entfernen. Tonius verzieht sich bei dem Anblick schnell zur\u00fcck auf seinen Platz und ruht sich aus. Sein Rucksack zum Kissen umfunktioniert, schl\u00e4ft er ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Reeve und Loona wandern w\u00e4hrenddessen in Rufreichweite umher. Nur allzu gern erkundet er seine Umgebung, wo auch immer er sich gerade befindet. Loona gibt Reeve ein Signal und zeigt mit der Schnauze in Richtung eines kleinen Waldst\u00fcckes, rund einhundert Schritte entfernt. Neugierig n\u00e4hern sich die zwei. Loona tapselt vorsichtig vor, w\u00e4hrend Reeve hinterher spaziert. Die H\u00e4lfte des Weges hinter sich gelassen, ersp\u00e4ht Reeve, dass sich dort eine Rotte Wildschweine tummelt. Frischlinge erkennt er zwar nicht, doch scheinen die zwei S\u00e4ue schwanger zu sein. Reeve geht in die Hocke und beobachtet aus der Ferne. Die Wildschweine nagen ungest\u00f6rt an ihren B\u00e4umen. Bis nach einer kurzen Zeit der Eber seinen Kopf hebt und in Loona und Reeves Richtung schaut. Er grunzt laut auf und verschwindet mit den anderen in Richtung des Bachlaufes, hinfort von ihnen. Um die Fauna nicht weiter zu st\u00f6ren, treten die beiden den R\u00fcckweg an. Sie berichten den anderen von ihrer Sichtung.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u00bbLecker!\u00ab, entgegnet Dalvenea und Chimia pflichtet bei: \u00bbDemn\u00e4chst ganz bestimmt wieder.\u00ab Das Gepl\u00e4nkel ums Essen f\u00fchrt sich eine Weile fort. Nat\u00fcrlich kann Reeve es nicht lassen, einen schnippischen Kommentar in Dalveneas Richtung bzgl. des schlafenden Tonius zu machen: \u00bbHast ihn sicherlich gelangweilt.\u00ab Ihr ausdrucksloser Blick feuert seine Am\u00fcsiertheit nur weiter an. Auch Reeve setzt sich nun nieder, so positioniert, dass er den Sch\u00e4del maximal im Augenwinkel sehen kann. Chimia werkelt flei\u00dfig weiter und versucht, die letzten Haut- und Fleischreiste zu entfernen. Anschlie\u00dfend reibt sie ihn mit Erde ab, um ja nicht den Knochen zu verkratzen. Sie geht zum Fluss, um ihren Lappen zu befeuchten und den Sch\u00e4del ordentlich zu s\u00e4ubern. In den kommenden Tagen m\u00f6chte sie ihn polieren, um dann schlie\u00dflich das Wappen von Timoria in die Stirn des Sch\u00e4dels einzuritzen. Nachdem sie Dalvenea von ihrem Plan erz\u00e4hlt hat, bietet sie ihr Kopftuch als Motivvorlage an. Immerhin erhielt sie von Tonius das Kopftuch, das von den Timoria typischen zwei Federn geziert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem insgesamt wohl um die zwei Stunden vergangen sind, fassen die zwei wieder den Sch\u00e4del am Geweih an, um gemeinsam mit den anderen loszuziehen. Der Stra\u00dfe entlang schlendert die Gruppe nebeneinander, bis es zu d\u00e4mmern beginnt. Am Horizont erscheinen die Umrisse eines Geh\u00f6fts. \u00bbDa sind sie sicher eingekehrt\u00ab, bemerkt Tonius. \u00bbAlso nicht durch, sondern drumherum?\u00ab, hakt Chimia nach. \u00bbJa, das wollte ich damit sagen.\u00ab Gesagt, getan. Einen gro\u00dfen Bogen eingeschlagen, bewegt sich die Gruppe nun fernab des Weges, um schlie\u00dflich wieder auf die Stra\u00dfe zu treten. Niemand hatte sie bemerkt. Tonius ist erf\u00fcllt von Erleichterung.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Stunde sp\u00e4ter \u00f6ffnet ein kleines Waldst\u00fcck, \u00e4hnlich dem Ort, an dem zuvor Pause gemacht wurde, eine passende M\u00f6glichkeit f\u00fcr ein Nachtquartier. Chimia buddelt ein kleines Loch, um darin ein Feuer zu entz\u00fcnden und eine Suppe zum Abendessen zu kochen. Dalvenea errichtet drumherum, einen Steinkreis, um die M\u00f6glichkeit eines Brandes zu verringern. Chimia gibt sich mit der Suppe gro\u00dfe M\u00fche. Sie wird verzehrbar, ist aber auch kein Meisterwerk. W\u00e4hrend er die Br\u00fche probiert, verzieht Reeve das Gesicht, doch sein Hunger ist nicht zu leugnen. Er schiebt es nicht auf ihre Kochk\u00fcnste, sondern Chimias schlechte Sicht. Immerhin sei es auch schon dunkel. Sie macht satt und das ist die Hauptsache. Tonius lobt die Suppe ehrlicherweise und erntet daf\u00fcr ein unsicheres Nicken von Chimia.<\/p>\n\n\n\n<p>Gesellschaftlich sitzen die vier um das Feuer herum. Chimia fragt den Prediger nun nach seinen Geschichten, da wir bisher nicht dazu kamen, sie anzuh\u00f6ren. \u00bbWelche Geschichte willst du h\u00f6ren? Ich kenne viele. Die Greifengeschichte oder die, wie ich Timoria traf?\u00ab \u00bbLass uns mit einer anfangen und dann weitersehen. Vielleicht finden wir dadurch mehr heraus. Irgendetwas muss ja helfen, um den Sch\u00e4del wieder zum Sprechen zu bringen.\u00ab Mit Stolz erf\u00fcllt beginnt Tonius die Geschichte des Greifen zu erz\u00e4hlen. Er beschreibt wie Timoria den Greifen Hephaistos selbst aus einem Ei br\u00fctete und sie fortan gemeinsam die Region besch\u00fctzten. Es gibt verschiedene Sagen. In einer soll sie mit einem Riesen gek\u00e4mpft haben, in einer anderen haben sie ein Heer an Untoten besiegt. Er wisse nicht genau, welche wir kennen und hakt nach.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAch, wir kennen nur die aus Broscia. Manche Reisende haben einige zum Besten gegeben, andere wiederum hat unsere Priesterin Asta rezitiert.\u00ab \u00bbBroscia, Broscia, das sagt mir was\u00ab, kratzt sich Tonius am Kopf: \u00bbDas liegt doch an einem Sangu. Welcher war das noch?\u00ab \u00bbDer Gr\u00fcne\u00ab, steuert Reeve bei. \u00bbOh ja, der Gr\u00fcne. Kennt ihr Legende, die ihn umringt? Timoria soll einen Golem aus gr\u00fcnen Edelsteinen an der Quelle bek\u00e4mpft und bezwungen haben. Kennt ihr sie nicht?\u00ab, Tonius tut sich beim Erz\u00e4hlen merklich schwer: \u00bbDie m\u00fcsstet ihr doch kennen.\u00ab Unsere Sch\u00fcchternheit erklingt im Schweigen, bis sich Dalvenea wagt: \u00bbDer Golem kam aus dem Greifenr\u00fccken. Dort gab es wenig Licht, doch er wollte in der Sonne scheinen. Die Berge waren im Weg. Er ging ins Flachland. Doch das reichte ihm nicht. Sobald der kleinste Schatten auf ihm fiel, wurde er rasend und blind vor Wut. In seiner Rage zerst\u00f6rte er alles in seinem Weg. Timoria stellte sich in seinen Weg und besiegte ihn.\u00ab \u00bbJa, stimmt. Jetzt f\u00e4llt es mir wieder ein. So war das\u00ab, gibt Tonius zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Sich der n\u00e4chsten Geschichte widmend, f\u00fchrt er fort: \u00bb Die n\u00e4chste handelt davon, wie ich Timoria begegnet bin. Ein Freund.. \u00ab, er betonte das Wort besorgniserregend: \u00bb.. hat eine Goldader gefunden und wollte sie gemeinsam mit mir ausgraben. Dort angekommen, f\u00f6rderten wir einiges Erz zu Tage. Doch am n\u00e4chsten Tag war er verschwunden, samt Pferde. Ich irrte umher. Meine Vorr\u00e4te wurden knapper. Pl\u00f6tzlich, am letzten Tag des letzten Jahres, ein Schrei aus Richtung Himmel! Ich blickte empor und sah eine Frau mit Lanze auf einem Greifen. Sie zeigte mit ihrer Lanze in eine Richtung, und verschwand erst, als ich begriff, dass ich in diese Richtung laufen musste. Sie verschwand so pl\u00f6tzlich, wie sie aufgetaucht war. Nach zwei Tagen kam ich an die Stra\u00dfe zwischen Greifenstein und Lenduris. Meine Vorr\u00e4te waren aufgebraucht, doch ich erreichte die Stadt sicher. In Greifenstein gab es einige Informationen, doch ich wollte mehr erfahren. Es gab dort nur wenige Anh\u00e4nger und so zog ich im Winter los, um hier in den Ortschaften mehr von Timoria zu erfahren. So pilgerte ich los und traf schlie\u00dflich auch auf euch.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDoch genug von mir\u00ab, f\u00fcgt Tonius hinzu: \u00bbWas ist mit euch? Euren Reisen? Wohin verschl\u00e4gt es euch nach der Pilgerfahrt? Weitere Erkundungen der Welt, oder zieht es euch in den Krieg?\u00ab<br>Chimia ergreift zuerst das Wort: \u00bbIch m\u00f6chte meine Ausbildung zur Schmiedin beenden und danach mehr \u00fcber Alchemie lernen. Au\u00dferdem w\u00e4re es sch\u00f6n, wenn ich weiterhin meine Freunde um mich habe.\u00ab<br>Nea stimmt mit ein: \u00bbJa, auf jeden Fall mit meinen Freunden sein. Was genau, wei\u00df ich nicht. Ich habe nur bis zur Reise gedacht und nicht weiter. Eins nach dem anderen.\u00ab<br>Reeve pflichtet bei: \u00bbGedanken hab ich mir auch noch keine gemacht. Aber vielleicht ziehe ich mich in einen Wald zur\u00fcck und mache mehr mit Tieren. Die sind allgemein dankbarer und bessere Zeitgenossen als so manche Menschen.\u00ab<br>\u00bbJa, manche Menschen..\u00ab, Tonius ballt die Faust in Gedanken an den Verrat: \u00bb Ich hab ihn auch gesucht, meinen &#8218;Freund&#8216;. Als ich in Greifenstein ankam, war er bereits \u00fcber alle Berge. Wenn ich den noch erwische\u2026\u00ab \u00bbDas Schlechte hatte ja auch etwas Gutes. W\u00e4re es ist nicht passiert, w\u00e4rst du Timoria nicht begegnet\u00ab, versucht Chimia ihn aufzuheitern. \u00bbJa, da hast du wohl recht. Dar\u00fcber hab ich mir letztens auch Gedanken gemacht.\u00ab und damit war das Thema beendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dalvenea fragt vorsichtig nach: \u00bbWas haben die Frauen denn gemacht, dass sie so aufdringlich waren?\u00ab \u00bbEs gibt angenehme und weniger angenehme Gesellschaft.\u00ab Tonius l\u00e4chelt in die Runde und gibt zu verstehen, dass wir zur Ersteren geh\u00f6ren. \u00bbIn der Stadt kann man der weniger guten Sorte leider nicht so gut ausweichen.\u00ab \u00bbAuf ein &#8218;Nein&#8216; haben sie wohl auch nicht geh\u00f6rt, nehme ich an\u00ab, gibt Nea zur\u00fcck. \u00bbGenau. Du kennst das ja\u00ab, erwidert er und spielt damit auf eine fr\u00fchere Unterhaltung an, in der die junge Frau ihm erz\u00e4hlte, wie sie zu ihrer Narbe auf der Wange kam. Dalvenea ist schockiert dar\u00fcber, dass er das nun einfach so hervorholt. Tonius l\u00e4chelt das Gef\u00fchl mit seinem bezaubernden Lippen weg. Nur ein warmes Gef\u00fchl macht bleibt. Es imponiert ihr, dass er ihr so gut zugeh\u00f6rt hat. Eine Weile reden sie weiter, bis alle einmal reihum g\u00e4hnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbEine Nachtwache muss her\u00ab, verk\u00fcndet Chimia: \u00bbIch \u00fcbernehme die erste.\u00ab \u00bbJa, gute Idee. Ich \u00fcbernehme die letzte\u00ab, pflichtet Tonius bei. Reeve erkl\u00e4rt sich f\u00fcr die zweite bereit, Dalvenea f\u00fcr die dritte. Doch eine Frage bleibt, soll das Feuer an bleiben oder ausgehen? Ein brennendes Feuer w\u00fcrde Tiere fernhalten und Menschen anziehen. Dalvenea fasst zusammen:\u00bb Also, bleibt die Frage, Mann oder B\u00e4r? Was wollen wir riskieren?\u00ab \u00bbAch, das ist mir zu hoch. Ich \u00fcbernehme die erste Wache und lass das Feuer klein brennen\u00ab, entgegnet Reeve genervt. Chimia legt sich dankbar in ihre H\u00e4ngematte, w\u00e4hrend die zwei anderen sich jeweils in ihren Schlafsack zur\u00fcckziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach zwei gef\u00fchlten Stunden weckt Reeve Chimia sanft, in dem an ihrem Schlafsack zupft. \u00bbOh, Reeve. Bin ich schon dran?\u00ab \u00bbJa, es ist soweit.\u00ab \u00bbIst etwas passiert?\u00ab \u00bbNein, nur ein paar Tiere. Mehr nicht\u00ab, antwortet er und schl\u00e4ft ein, sobald er seinen K\u00f6rper zur Ruhe gelegt hat. Auch die zweite Wache verl\u00e4uft ereignislos, nur ein pl\u00e4rrender Vogel gibt sein Lied zum Besten. Chimia weckt auch Dalvenea sanft. Das Feuer brennt weiterhin auf kleiner Flamme und spendet etwas W\u00e4rme. Dalvenea versucht sich auf ihre Wache zu konzentrieren, doch ihre Gedanken schweifen immer wieder ab. An Tonius, an seine Ausstrahlung, seine Freundlichkeit und daran, wie sie ihn wohl wecken solle.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ihre Schicht verlief sorgenlos. Nun war es soweit, sie musste ihn wecken. Sie kniet auf der H\u00f6he seines Oberarmes und betrachtet sein friedliches Gesicht. Aus der Angst aus dem Gleichgewicht zu kommen und auf ihn zufallen, l\u00e4sst sie sich auf ihre Hacken nieder. \u00bbIch muss ihn jetzt aufwecken. Es wird Zeit, und mein Verhalten auch zunehmend merkw\u00fcrdig\u00ab, motiviert sie sich selbst. Dalveneas eine Hand ber\u00fchrt seine Schulter, w\u00e4hrend die andere sanft seinen Arm entlang streicht. Sie fl\u00fcstert: \u00bbEs wird Zeit aufzuwachen. Deine Nachtwache beginnt.\u00ab Er murmelt noch schlaftrunken: \u00bbIst es wirklich schon soweit?\u00ab \u00bbJa, ist es.\u00ab Ordentlich legt er seine Decke beiseite und beginnt, seine Haare zu b\u00fcrsten. \u00bbIst alles ruhig gewesen?\u00ab \u00bbAlles ruhig\u00ab, best\u00e4tigt Dalvenea: \u00bbNur ein Vogel, der sein Lied zauberte.\u00ab \u00bbLeg dich noch etwas hin und ruh dich aus\u00ab, Tonius Hand legt sich auf ihre Schulter, mit seinen Daumen streicht er sanft \u00fcber ihre Wange.\u00ab Die Nacht verh\u00fcllt die R\u00f6tung, die Dalveneas Wangen f\u00e4rbt. \u00bbJa, vielen Dank.\u00ab Sie legt sich hin, in seine Richtung gewandt. Erst schielt sie wieder und wieder in seine Richtung, den Schlaf nicht findend. Doch schlie\u00dflich fallen ihre Augen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Morgen graut, haben alle drei Schlafenden &#8211; noch unwissend &#8211; den selben Traum:<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfer Ort, eine Stadt, erstreckt sich. Zwei Greifen schweben \u00fcber ihr. Auf einem H\u00fcgel, eine Tempelanlange. Eine Frau, Ende 20, in grauen und blauen Gew\u00e4ndern, langes schwarzes Haar. Sie scheint zu rufen, rudert mit den Armen. \u00bbRettet mich\u00ab, \u00bbRette mich\u00bb. Es wiederholt sich. Wie im Strudel verschwimmen die Worte, nichts ist mehr auszumachen. Ein Wort, ganz am Ende, schafft es durch das Rauschen \u00bbTonius\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wachen auf und blicken alle zu Tonius, der seelenruhig seine Wache absitzt.<\/p>\n\n\n\n<p>In Reeves Blick ist gro\u00dfe Unsicherheit zu finden, w\u00e4hrend Nea verdattert drein schaut. Chimia ist die Erste, die in Aktion tritt und bereitet ein hei\u00dfes Wasser f\u00fcr ein wohltuendes Getr\u00e4nk vor. Auch sie denkt noch \u00fcber den Traum nach. Die Ger\u00e4usche geben Tonius zu erkennen, dass die Gruppe aufgewacht ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dalvenea erz\u00e4hlt ihm von ihrem Traum und l\u00e4sst dabei den Teil mit seinem Namen aus. Immerhin m\u00f6chte sie ihn nicht verunsichern. Chimia und Reeve horchen auf; Haben sie etwa das gleiche getr\u00e4umt? Tonius brabbelt, dass es sicherlich eine Weissagung sei. Als die anderen ihre Version teilen, ist der Priester \u00fcberaus verwundert. Derselbe Traum, faszinierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Chimia widmet sich nachdenkend ihrem kochenden Tee zu. Still setzen sich Reeve und Nea dazu, w\u00e4hrend Tonius sich wieder seiner Lagerst\u00e4tte zuwendet. Schlie\u00dflich ist das Getr\u00e4nk soweit, dass Chimia h\u00f6flich auch Tonius anbietet. Dankend nimmt er an, l\u00e4sst es sich in sein Tongef\u00e4\u00df f\u00fcllen und stiefelt zur\u00fcck zu seinem Gep\u00e4ck und anschlie\u00dfend in den Wald.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Chance nutzend, fl\u00fcstern sich die Drei \u00fcber den Traum und er\u00f6ffnen einander, dass sie auch den Namen des Predigers geh\u00f6rt haben. Sie philosophieren dar\u00fcber, ob er im Guten oder im Schlechten involviert ist, war oder sein wird? Schlie\u00dflich ist nicht ersichtlich, ob dieser Traum die Vergangenheit oder Zukunft beschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Weile kehrt ihr Gef\u00e4hrte zur\u00fcck, er verzehrt sein hartes St\u00fcck Brot und ist, wie jeden Morgen, kaum zu einem Gespr\u00e4ch bereit. Etwas sp\u00e4ter schl\u00e4gt er vor, weiterzugehen. Wir brechen das Lager ab und folgen weiter der Stra\u00dfe in Richtung Timor.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so vergeht ein Tag, ein zweiter Tag ohne besondere Vorkommnisse. Tonius erz\u00e4hlte gelegentlich von seiner Zeit in Greifenstein. Einige witzige Anekdoten und Kriegsgeschichten, wie er auf der Seite der Wolsi k\u00e4mpfte. Keine ist blutig, eher klagt er dar\u00fcber, wie hart es war, wie er mehr am Sold interessiert war, als an den K\u00e4mpfen selbst. Doch so richtig schlau werden die drei Freunde aus ihm nicht. Das Wetter ist in Ordnung. Manchmal regnet es. Da wir uns Timor n\u00e4herten, kommt die Gruppe vermehrt in Geh\u00f6ften unter, die sich f\u00fcr diese Woche darauf einstellen, Pilger aufzunehmen. Mittlerweile ist gut die H\u00e4lfte der Strecke geschafft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sechs W\u00e4gen am Horizont<\/h3>\n\n\n\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag des dritten Tages bemerken wir eine Gruppe in gleicher Laufrichtung. Mehrere W\u00e4gen lassen sich ersp\u00e4hen, die durch Pferde gezogen werden. Sie gleicht einer Karawane. Tonius verk\u00fcndet freudig: \u00bbDas sind sicher H\u00e4ndler! Lasst uns aufholen!\u00ab Wir stimmen ein und n\u00e4hern uns. Da sie eine passende Stelle zum Rasten gefunden haben und langsamer werden, holen wir schnell auf. Tats\u00e4chlich sind es sechs Planwagen von je zwei Pferden gezogen, die passenderweise Scheuklappen tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter dem letzten Wagen l\u00e4uft ein junger Mann. Blondes Haar und einfache Kleidung, ungef\u00e4hr Anfang 20. Er gr\u00fc\u00dft freundlich und stellt sich als Basilus vor. Chimia gr\u00fc\u00dft zur\u00fcck, gibt uns als Pilger zu erkennen und fragt nach, ob sie tats\u00e4chlich H\u00e4ndler seien. Er stimmt ein, sie seien H\u00e4ndler aus Greifenstein, zumindest die Oberen. Er ist Koch f\u00fcr seinen Herren Rill, der seine Tochter verheiraten lassen will. Bei diesen Worten erkennt Dalvenea ein subtiles schelmisches L\u00e4cheln. Da die Karawane auch durch Varase gekommen ist, erkennt er Tonius wieder, der auf einem der Marktpl\u00e4tze predigte. Basilus bietet den Vier an, \u00fcber Nacht zu bleiben. Sein Herr hat sicher nichts dagegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dankend nehmen sie die Einladung an. Als schlie\u00dflich die Karawane in einem Kreis kurz abseits der Stra\u00dfe zum Stehen kommt, fangen einige der Leute emsig an, das Lager aufzubauen. Basilus m\u00f6chte uns allen vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einen gro\u00dfen Mann zeigend, stellt Basilus ihn als Meister Rill vor. Dieser freut sich \u00fcber den Besuch und best\u00e4tigt die Einladung, \u00fcber Nacht bleiben zu k\u00f6nnen. Seine freundlicher Blick und seine stolze Statur machen ihn sofort zu einer Respektsperson, die seinesgleichen sucht. Tonius und Chimia verbeugen sich, Dalvenea macht einen kleinen Knicks und \u00fcberbringt ihren Dank.<\/p>\n\n\n\n<p>Reeve fragt vorsichtshalber nach, ob Loona \u00c4rger machen k\u00f6nnte. Rill verneint und gibt seine \u00dcberraschung preis, dass wir mit einem Wolf unterwegs sind. Bisher war Loona sehr zur\u00fcckhaltend und situationsbedingt relativ entspannt, dicht hinter Reeve mit respektvollem Abstand zu Mensch und W\u00e4gen. Da sie nun aber weiter das Lager aufbauen wollen, ruft Rill Remus zu ihm. Er ist verantwortlich f\u00fcr die Tiere. Wie Basilus tr\u00e4gt dieser einfache Kleidung, ganz im Gegensatz zu ihrem Meister, der gehoben gekleidet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Freunde finden einen ruhigen Platz und schauen den Leuten zu. Drei junge Frauen sitzen zusammen und tuscheln. Insgesamt scheinen 12 Personen zu der Karawane zu geh\u00f6ren. Einige von ihnen schlafen in den W\u00e4gen, f\u00fcr andere werden Zelte aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Frau mit braunen Locken, gro\u00df und schlank, ist bereits fertig mit dem Aufbau ihres Nachtlagers. Sie kommt her\u00fcber und stellt sich als Malaka vor. Auch sie ist Pilgernde und kommt aus Nabur, einem weiteren Ort in der Leere. Eine Pilgerreise sei spannend und so zog sie los. Seit langer Zeit ist sie unterwegs. In Varase trat sie dieser Gruppe bei. Nur eine kurze Pause, um uns vorzustellen, lie\u00df ihr Redeschwall zu. Sie hinterl\u00e4sst einen altklugen Eindruck. Nachdem sie entdeckt, dass Tonius auch eine Laute tr\u00e4gt, ist sie nicht mehr aufzuhalten. Die beiden setzten sich zusammen und reden \u00fcber das Spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Basilus baut die Kochstelle auf. Zwei der drei jungen Damen sehen aus wie Schwestern. Ein um sich k\u00fcmmernder Mitreisender scheint auch ein Priester zu sein. Sein Gewand verziert mit Sonnenstrahlen und Augen weisen ihn als Anh\u00e4nger einer anderen Glaubensrichtung aus. Eine weitere Person, um die 30, steckt seinen Kopf aus einem Wagen, flucht und zieht ihn wieder ein. Sp\u00e4ter wird erfahren, dass sein Name Onus ist. So prasseln die Eindr\u00fccke und neue Pers\u00f6nlichkeiten auf die Drei ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Frau kommt auf uns zu. Sie kennt Malaka und stellt sich als Misha vor. Auch sie ist ein Gast und ihres Zeichens selbsternannte Forscherin. Ihr Ziel ist es, Greifen zu finden und fragt, ob wir bereits einen zu Gesicht bekommen haben. Wir verneinen, doch Tonius l\u00e4sst stolz verlauten, dass er einen gesehen habe. Sie m\u00f6chte alles wissen. Und so h\u00e4ngen nun Malaka und Misha an seinen Lippen. Dalvenea wirft ihnen einen b\u00f6sen Blick zu, woraufhin Chimia nur etwas von Eifersucht murmelt. Doch Nea ist nicht die einzige, denn Reeve entdeckt, dass auch ein Mann finster zu Tonius schaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Rill tritt heran und empf\u00e4ngt die Gruppe nun offiziell als Gastgeber. Chimia stellt uns namentlich vor und erz\u00e4hlt von unserer Pilgerreise. Im Gegenzug erz\u00e4hlt er, dass er zwar noch nicht in Timor war, daf\u00fcr viel mit Herrschaften aus dieser Stadt gehandelt hat. Nun soll seine \u00e4lteste Tochter Aavaa einen gewissen Zamarus, den Sohn seines Handelspartners, heiraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Basilus entfacht das Feuer und ihnen steigt der altbekannte Geruch in die Nase. Sie scheinen verarbeitbares Fleisch dabei zu haben, das er zu einer aufwendigen Mahlzeit verarbeitet. Zu dieser l\u00e4dt Rill uns ein. Als wir annehmen, freut er sich und bittet Tonius, sp\u00e4ter ein paar Lieder zum Besten zu geben. Da Tonius auch aus Greifenstein kommt, gibt er zu erkennen, dass er Rills musikalische W\u00fcnsche kennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine nach blumigen Parf\u00fcm riechende Frau mit gro\u00dfst\u00e4dtischem Eindruck stellt sich als Rills Frau, mit Namen Dense, vor. Auch sie freut sich, dass wir bei ihnen sind. Sie schaut sich um und erkennt nirgends ein Zelt von uns. Sie fragt uns danach und Reeve best\u00e4tigt ihre Annahme. Chimia f\u00fcgt hinzu, dass wir mit sehr leichtem Gep\u00e4ck reisen. Sofort ruft sie Remus heran, dass er das kleine Zelt aufbauen soll, so dass wir in seinem Schlafen k\u00f6nnen. Es w\u00e4re immerhin ausgelegt f\u00fcr 4 bis 5 Personen, dient als Schlafplatz f\u00fcrs Gefolge und k\u00f6nnte uns dann unterbringen. \u00bbKeine Umst\u00e4nde. Das ist nicht n\u00f6tig\u00ab, versucht sich Chimia. Doch Dense winkt ab. Remus baut gelassen auf. Es scheint nicht das erste Mal zu sein, dass er seinen Platz f\u00fcr G\u00e4ste r\u00e4umen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Der junge Mann, der Tonius noch immer finster anschaute, gesellt sich neben Dense. Sie stellt ihn als ihren Sohn Welfus vor. Sein Blick schwenkt zu uns und zwinkert Nea zu, was sie erwidert. Dense fragt nach unserem bisherigen Weg. Mit Freuden erz\u00e4hlt Chimia von unserer Reise zum Sch\u00e4del. Welfus bringt hervor, dass seine Zwillingsschwester verheiratet werden soll und zeigt auf eines der tuschelnden M\u00e4dchen. Sie sieht es und sch\u00fcttelt nur mit dem Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Zelte sind nun aufgebaut. Wir verabschieden uns und bringen unser Gep\u00e4ck zu unserer Unterkunft. Reeve und Chimia besch\u00e4ftigen sich mit Loona. Dalvenea schlendert direkt zu Basilus, welcher mittlerweile einen Spie\u00dfbraten zubereitet. Sie reden \u00fcber die Reise, \u00fcber Rills drei Kinder und \u00fcber die Hochzeit. Rubia ist die j\u00fcngere Tochter um die 13 Jahre alt, w\u00e4hrend Aavaa in unserem Alter ist. Beide geh\u00f6ren zum tuschelden Trio, erg\u00e4nzt durch Aavaas Freundin Schanta. Alle tragen Schmuck, sind gek\u00e4mmt und gepflegt. Aavaas arrangierte Ehe versteht er nicht. Was sollen solche Ehen schon bringen? Vor zwei Sommer war der Br\u00e4utigam mal in Greifenstein, aber sonst haben sie sich noch nicht n\u00e4her kennengelernt. Immerhin freue Basilus sich auf das Pilgerfest und ist froh, es sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine dritte Person kommt dazu. Onus, ein H\u00e4ndler von exotischen Tieren, der diesmal Spinnen dabei hat. In Timor m\u00f6chte er Schlangen und seltene Tiere finden. Nea erw\u00e4hnt in einem Nebensatz, schonmal ein Ansurum gesehen zu haben. Nur die blo\u00dfe Erw\u00e4hnung l\u00e4sst Onus direkt ans Gesch\u00e4ft denken. Er bietet an, ihr sp\u00e4ter seine Spinnen zu zeigen, was sie dankend annimmt. Danach entschuldigt sie sich, sie ben\u00f6tige noch etwas Ruhe vor dem Abendessen. Onus bleibt bei Basilus, um Gesellschaft zu leisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Chimia und Reeve stehen am Rand des Lagers. Loona genie\u00dft das Laufen \u00fcber die freie Fl\u00e4che und f\u00e4ngt St\u00f6ckchen, wenn sie denn mal Lust darauf hat. Eine Person n\u00e4hert sich und stellt sich als Marcus vor. Er ist der Priester, den sie vorhin gesehen haben. Sein Gott ist Scios, der drei\u00e4ugige Gott der Weisheit und steht der Familie beratend zur Seite. Sowohl Chimia als auch Reeve merken schnell, dass er sich f\u00fcr etwas Besseres h\u00e4lt. Marcus m\u00f6chte sich den Timoria-Kult n\u00e4her anschauen. Ihr Glaube sei sehr lokal und h\u00f6rt sich f\u00fcr ihn eher nach Orinyl, der Jagdg\u00f6ttin des wolsischen Pantheons an. Vielleicht eine Reinkarnation, sagt er mehr zu sich selbst als zu den Beiden. Sein Redefluss erstreckt sich \u00fcber sein absch\u00e4tziges Interesse \u00fcber die Rituale und die M\u00f6glichkeiten der Bekehrung Ungl\u00e4ubiger.<\/p>\n\n\n\n<p>Er k\u00f6nne auch ihnen etwas \u00fcber Scios erz\u00e4hlen, wenn sie noch etwas bleiben. Auf Reeves fragenden Blick hin versucht er zu beschwichtigen und seufzt, dass Rill immer sehr interessiert an Einheimischen ist und wissen m\u00f6chte, was ihnen wichtig ist. Er gibt das Gespr\u00e4ch auf und verabschiedet sich mit einem \u00bbVielleicht ja morgen.\u00ab Chimia atmet erleichtert aus: \u00bbPuh, anstrengende Aura.\u00ab \u00bbSehr \u00fcberzeugt\u00ab, stimmt Reeve ein. \u00bbAls Priester muss man das wohl sein, aber das war wirklich dr\u00fcber.\u00ab Die beiden nehmen ihre Kopft\u00fccher ab, um weiteren unangenehmen Unterhaltungen aus dem Weg zu gehen und erfreuen sich weiter an der freilaufenden Loona.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein lautes Scheppern und der Ruf \u00bbEssen ist fertig!\u00ab ert\u00f6nt vom Lager. Alle kehren ein, um das Mahl zu sich zu nehmen. Auf einem gro\u00dfen Holzbrett schneidet Basilus den Braten. Das erste St\u00fcck geht an Aavaa, danach werden G\u00e4ste bedient und schlie\u00dflich die weiteren Reisenden.. Es bilden sich Gr\u00fcppchen, in denen gegessen wird. F\u00fcr Loona hat Basilus freundlicherweise einen Knochen vorbereitet, da das Fleisch gew\u00fcrzt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Tonius und seine zwei neu gewonnenen Anh\u00e4ngerinnen reden noch immer. Dalvenea kann es nicht lassen und mischt sich mit ihren Freunden ein. Malaka erz\u00e4hlt von Nabur und deren Spezialit\u00e4t, den Flusskrebsen, die man unbedingt probiert haben soll und schnattert unentwegt weiter. Nabur sei durch einige H\u00e4nde gegangen. Erst S\u00f6ldner, dann Ranabar, dann Lugarer. Sie fragt sich, ob die Homiiden noch irgendetwas in der Hand haben. Schlie\u00dflich werden ihre Sch\u00e4tze, ihr Essen und die jungen M\u00e4nner f\u00fcr ihre Armeen geraubt. Auch ihr Bruder sei mitgenommen worden. Nea spricht ihr Beileid aus, doch Malaka zuckt nur mit den Schultern. Und f\u00fchrt ihre Reden von ihren vielen Reisen fort. Alle nicken nur mit, w\u00e4hrend sie ihr Wunschdenken \u00fcber die Welt verk\u00fcndet. Einzig Tonius best\u00e4rkt sich in ihren Ausschweifungen. Nun wirkt sie eher \u00fcberaus naiv als altklug.<\/p>\n\n\n\n<p>Nea fragt sie besorgt, ob sie denn k\u00e4mpfen kann, um sich im Notfall zu verteidigen. Sie antwortet unverst\u00e4ndlich, immerhin mache sie nichts falsch, warum sollte sie k\u00e4mpfen? Da sie nur mit Karawanen reise, sei es zus\u00e4tzlich unwahrscheinlich, angegriffen zu werden. Misha verdreht die Augen, als h\u00e4tte sie diese Argumente schon zweimal zu viel gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Um das Gespr\u00e4ch in eine andere Richtung zu f\u00fchren, fragt Dalvenea Misha nach ihrer Heimat. Froh \u00fcber den Themenwechsel, entgegnet sie, dass sie aus Lenduris kommt und in Greifenstein \u00fcber Greifen gelesen hat und daraufhin den Sch\u00e4del ansehen, abzeichnen und vielleicht sogar anfassen mag. Ihr wird viel Erfolg gew\u00fcnscht. Tonius und Misha verlieren sich in ein Gespr\u00e4ch \u00fcber besagte Greifen, was Nea sauer aufst\u00f6\u00dft. Sie versucht das Gespr\u00e4ch wieder auf die Gruppenebene zu bringen, erfolglos. Basilus tritt an jedes Gr\u00fcppchen heran und bietet das \u00fcbrig gebliebene Fleisch an, doch wir lehnen ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nacht kommt \u00fcber das Lager und jeder geht seinen Dingen nach, ehe sich um das Feuer versammelt wird. Tonius und Malaka holen ihre Lauten hervor und spielen ihre Musik. Manche starren ins Feuer, andere reden und tanzen. Getr\u00e4nke mit minimalem Alkoholgehalt werden gereicht. Ein ausgelassener Abend.<\/p>\n\n\n\n<p>Dalvenea ist im Tanz versunken. Chimia lauscht der Musik und den Geschichten, die durch den Liedtext erz\u00e4hlt werden. Beobachtend wie eh und je, sieht Reeve wie sich zwei Personen, Aavaa und Basilus, hinfort schleichen und sich f\u00fcr einige Minuten hinter einem Wagen verstecken. Er bemerkt, dass Rill, Dense und Welfus ihr kurzzeitiges Verschwinden mitbekommen und mit einem Kopfsch\u00fctteln quittieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Rubia versucht erkennbar, ihrer Schwester Aavaa und deren Freundin Schanta nachzueifern. Noch ungeschickt versucht sie zu tanzen. Nach und nach gehen die \u00e4lteren Reisenden in ihre Schlaflager, bis schlie\u00dflich die J\u00fcngeren zur\u00fcckbleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Welfus schaut den Tanzenden zu und erfreut sich, so wie Reeve und Chimia, an der ausgelassenen Stimmung und der W\u00e4rme des Feuers. Dalvenea setzt sich zu Welfus und er kommt nicht drumherum zu err\u00f6ten. Aavaa, Rubia und Schanta h\u00f6ren auf zu tanzen und setzen sich, um zu reden und \u00fcber Reeve und Chimia zu kichern. Malaka klimpert nur noch auf ihrer Laute, nachdem Tonius ins Bett gegangen ist. Aus Spa\u00df an der Freude flirtet Nea mit ihrem Gespr\u00e4chspartner, der \u00fcberaus versch\u00fcchtert darauf anspringt. Sie reden \u00fcber Broscia und Greifenstein. Dar\u00fcber wie er ihr gerne die gro\u00dfe Stadt zeigen kann, wenn sie einmal dort ist. Die jungen Damen beobachten die Interaktion. Schlie\u00dflich steht Welfus h\u00f6lzern auf und geht kurz zwischen die Planen. Sofort springen sie auf und treten an Dalvenea ran.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wollen wissen, wie sie ihn abgesch\u00fcttelt hat. Daraufhin entgegnet sie, dass es zwei M\u00f6glichkeiten gibt. Entweder man sagt klipp und klar, was Sache ist, oder man spielt mit. Ob mit Taten oder nur mit Worten, sei jedem selbst \u00fcberlassen. Hellh\u00f6rig fragt Schanta, ob sie schon mal jemanden gek\u00fcsst habe, sie h\u00e4tte schon Lust darauf. Grinsend entgegnet Nea, \u00bbWarum die Frage? M\u00f6chtest du \u00fcben?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Reeve sieht, wie Welfus zwischen den Planen hervortritt, die Traube um Nea erblickt und mit h\u00e4ngendem Kopf zur\u00fcck in den Wagen geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einigem Hin und Her gibt Schanta zu, dass sie es gerne mit Nea probieren m\u00f6chte. Sehr aufgeregt fragt sie nach dem Prozedere. \u00bbLeg einfach locker deine Arme auf meine Schulter. Der Rest kommt von alleine.\u00ab Gesagt, getan. Neas H\u00e4nde liegen auf ihrer H\u00fcfte und sie kommen sich n\u00e4her, um sich zu k\u00fcssen. Aavaa ist \u00e4u\u00dferst schockiert und \u00fcberrascht. Rubia beobachtet nur Aavaas Reaktion. Nach einer Weile erholt sich Aavaa: \u00bbDas will ich auch mal erleben!\u00ab SIe beginnt, \u00fcber ihre vorgesehene Hochzeit zu reden. Sie macht sich nur positive Gedanken und hofft auf das Beste. \u00bbDu musst mir alles erz\u00e4hlen\u00ab, raunt sie zu Schanta, die noch immer \u00fcberw\u00e4ltigt, herausbringt: \u00bbEs war himmlisch!\u00ab Dalvenea bedankt sich. Aavaa zieht ihre Freundinnen zu Bett, immerhin wird es sp\u00e4t und sie will ihre Freundin noch genauestens befragen, wie es war.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Lautenspiel klingt aus. Misha und Malaka gehen ins Bett. Die drei Freunde sind die letzten. Niemand scheint Wache zu halten. Aus Dankbarkeit und Verantwortungsbewusstsein beschlie\u00dfen sie, diese zu \u00fcbernehmen. Erst Reeve, dann Chimia, zum Schluss Dalvenea.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ist Basilus der Erste, der ans Lagerfeuer herantritt, an dem Dalvenea Wache h\u00e4lt. Die Beiden reden ein wenig \u00fcber die Nacht, bis der Koch sich g\u00e4nzlich dem Fr\u00fchst\u00fcck machen widmet. Er facht das Feuer an, holt Lebensmittel aus einem Planwagen und beginnt Tee und Eier zu kochen, die mit Brot serviert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Zeit sp\u00e4ter tritt Rill aus seinem Wagen. Auch er wundert sich, dass Dalvenea bereits wach ist. Erneut bietet er ihr an, dass sie und die Gruppe seine Karawane begleiten k\u00f6nnen, solange sie wollen. Dalvenea verspricht, es am Morgen mit ihren Freunden zu besprechen. Sie zieht weiter zu Onus, dem H\u00e4ndler, der zusammen mit Markus in einem Wagen schl\u00e4ft. Letzterer hat sich bereits aufgemacht, um seinem Glauben zu fr\u00f6nen. Und so tritt Dalvenea ein, um die Spinnen zu bewundern, von denen ihr Onus erz\u00e4hlt hat. Freudig zeigt er ihr seine Waren, Felle von u.a. Gro\u00dfkatzen, und seine Exemplare. Er besitzt zwei gro\u00dfe Spinnen und eine kleinere Spinne, welche zusammen in einem Kasten, versehen mit Glasscheiben und gesichert mit einem Seil, sitzen. Es seien seltene und giftige Spinnen. Nat\u00fcrlich hat er sie nicht selbst gefangen. Onus beteuert, dass die Aufbewahrung sicher ist. Schlie\u00dflich will er niemandem etwas zu Leide tun. Er erz\u00e4hlt, dass Meister Rill ihm mit Kontakten in der Handelswelt geholfen und f\u00fcr ihn gesorgt habe, als es ihm nicht gut ging.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Planwagen getreten, sieht sie bereits Reeve und Chimia. Auch alle anderen scheinen bereits auf den Beinen zu sein, nur Dense ist nicht zu sehen. Die drei Freunde tauschen sich \u00fcber die neu gewonnenen Informationen aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fr\u00fchst\u00fcck ist fertig. Nach einer nochmaligen Einladung von Rill gibt Tonius an, dass er Lust habe, die Karawane zu begleiten. Rill ist zufrieden und widmet sich dem Essen. Tonius schubst Reeve an, sich auch etwas vom Buffet zu holen. Auf einer Holzplatte liegen die Brote, das Ei und Gem\u00fcse aus. W\u00e4hrend die versammelte Mannschaft isst, beginnt Basilus bereits die Zelte abzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tonius bearbeitet die Schale eines Eies, als sich die Gruppe zu ihm setzt und Chimia ihn mit einem fr\u00f6hlichen \u00bbGuten Morgen! Du siehst ja aus, wie aus dem Ei gepellt!\u00ab begr\u00fc\u00dft. Tonius erwidert n\u00fcchtern: \u00bbDir auch einen guten Morgen.\u00ab Kurze Zeit sp\u00e4ter scheint sich seine Laune zu bessern. \u00bbWar witzig gestern. Vielleicht etwas sp\u00e4t. Ach, die Jugend\u2026\u00ab s\u00e4uselt Tonius. \u00bbDie 15 Jahre, das ist doch kein Alter\u00ab, entgegnet Chimia. Erneute Entgeisterung \u00fcber ihren Kommentar macht sich in Tonius Gesicht breit. Dalvenea knufft Chimi, damit sie aufh\u00f6rt, ihn aufzuziehen. Nach einigen Worten der Beschwichtigung besprechen die Vier ihr weiteres Vorhaben. Tonius vertritt erneut die Meinung, dass sie einige Tage bleiben sollten. Immerhin g\u00e4be es hier auch gutes Essen und bei\u00dft gen\u00fcsslich in sein Eierbrot. \u00bbJa, ja, das Essen\u00ab, pickst Reeve in Dalveneas Richtung. Sie hatte ein Spruch erwartet und starrt ihn ausdruckslos an. Verwundert fragt Tonius, ob gestern noch etwas anderes passiert sei. \u00bbNeeein. Nichts ist passiert\u00ab, grinsen Chimia und Dalvenea sich doof an. Trotz seiner M\u00fcdigkeit durchschaut Tonius die Beiden sofort: \u00bbJugendlicher Leichtsinn. Naja, daf\u00fcr ist eine Reise auch gut.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Dalvenea flauscht Loona und w\u00fcnscht ihr auch einen guten Morgen. \u00bbReeve, du bist doch so sozial\u00ab, stichelt sie: \u00bbM\u00f6chtest du nicht, Rill unsere Entscheidung \u00fcberbringen?\u00ab Dieser zieht nur seine Augenbraue hoch. Da er keine Lust auf eine Diskussion hat, zieht er wortlos mit Loona in Richtung Rill.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach morgendlichem Gepl\u00e4nkel und der dankbaren Annahme des Angebots m\u00f6chte Rill mehr \u00fcber Loona, ihrer Geschichte und generell \u00fcber das Gebiet erfahren. Er ordnet Welfus an, statt seiner nach Dense zu schauen. Reeves fragenden Blick bemerkend erkl\u00e4rt er, dass Dense nur schlecht schlafen kann und deshalb ein Mittelchen nehmen muss, durch welches sie l\u00e4nger braucht, um wach zu werden. \u00bbEine gl\u00fcckliche Frau ist das Beste, was passieren kann.\u00ab Schelmisch schaut Rill erst zu Reeve und dann zum Rest der Gruppe: \u00bbIhr seid also nur Freunde. Oder?\u00ab Sichtlich an Tratsch und Klatsch interessiert, wendet er sich wieder Reeve zu. \u00bbJa, gerade sind wir alle nur Freunde. Dalvenea ist solch einem Spa\u00df aber nicht abgeneigt.\u00ab \u00bbLeichtes M\u00e4dchen\u00ab, kommentiert Rill, worauf hin Reeve verteidigend antwortet: \u00bbNun, sie arbeitet in der Taverne und flirtet gerne f\u00fcr mehr Trinkgeld. Das ist wohl in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen.\u00ab \u00bbIch verstehe\u00ab, entgegnet Rill. In seiner Stimme spiegelt sich Entt\u00e4uschung wieder, in seinem Blick Anerkennung.<br>\u00bbSag mal, reisen nicht alle Jugendlichen aus einem Dorf zusammen?\u00ab fragt Rill, um das Thema zu wechseln. \u00bbEigentlich ist das so. Wir hatten eine kurze Auseinandersetzung, weshalb wir fr\u00fcher abreisen mussten.\u00ab \u00bbOh, wie spannend\u2026\u00ab Bevor Rill mehr sagen konnte, unterbricht Welfus ihn. Dense w\u00fcnscht ihn zu sehen. F\u00fcr einen zu langen Moment schaut Welfus Reeve und Loona an. Die beiden schauen zur\u00fcck. Peinliche Stille. \u00bbIch esse weiter\u00ab, k\u00fcndigt Welfus stumpf an und stapft los.<\/p>\n\n\n\n<p>Reeve kehrt zur restlichen Gruppe zur\u00fcck. Sie reden dar\u00fcber, was Rill gesagt hat und wie respektvoll und positiv er im Gespr\u00e4ch gewirkt hat. \u00bbWir werden viele Fragen beantworten m\u00fcssen\u00ab, k\u00fcndigt Reeve an: \u00bb\u00dcber die Gegend, die Reise, uns.\u00ab \u00bbUnd den Sch\u00e4del!\u00ab, mit einer ausladenden Geste in Richtung ihres Gep\u00e4cks weist Nea auf das wohl offensichtlichste Seltsame an ihnen hin. Die Zelte sind mittlerweile abgebaut und die letzten Dinge werden verstaut.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbUnd? Wor\u00fcber habt ihr gesprochen?\u00ab \u00bb\u00dcber nichts, haben gegessen und geschwiegen\u00ab, beantwortet Nea Reeves Frage. \u00bbDas kannst du?\u00ab \u00bbJa, mit Chimi ist das \u00e4u\u00dferst angenehm.\u00ab Reeve verdreht die Augen und erntet von Nea eine herausgestreckte Zunge. Chimia grinst breit.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die W\u00e4gen beladen sind, werden die Rucks\u00e4cke aufgesetzt und die letzten Wasserflaschen gef\u00fcllt. Langsam aber sicher setzt sich die Karawane in Bewegung. Tonius weist darauf hin, dass wir uns unter die Leute mischen sollen, um unseren guten Willen und Dankbarkeit zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Reisenden<\/h3>\n\n\n\n<p>Chimia beschlie\u00dft, sich mit Dense zu unterhalten, welche auf einem der W\u00e4gen sitzt. Auch heute str\u00f6mt ein erlesener Duft von ihr. \u00bbOh, ihr duftet heute wieder herrlich! Kannst du mir etwas davon erz\u00e4hlen? Ich kenne das nicht so.\u00ab Denses Wangen err\u00f6ten leicht: \u00bbDas ist duftendes \u00d6l. Man reibt es sich hinter die Ohren.\u00ab \u00bbWie spannend!\u00ab, Chimia spricht ihren Dank aus. Nach einem kurzen Gespr\u00e4ch \u00fcber den gestrigen Abend folgt ein kurzes Schweigen.<br>\u00bbTut mir leid, dass ich so unverfroren frage. Wie oder wo kann man dieses Geschmeide erwerben? Oder gar mehr dar\u00fcber erfahren? Ich bin Schmied und w\u00fcrde das gerne lernen?\u00ab, wendet sich Chimia an die erhabene Frau. Sie nimmt ihren Silberarmreif ab und gibt es Chimia. \u00bbSchau es dir gerne genauer an!\u00ab \u00bbVielen Dank f\u00fcr die M\u00f6glichkeit und das Vertrauen!\u00ab, vorsichtig nimmt Chimia den Reif entgegen und betrachtet genauesten die Verzierungen und Edelsteinfassungen. \u00bbIst das echtes Silber? Wie ich lernte, gibt es auch andere Edelmetalle. Alchemisten kommen manchmal in das Dorf und erz\u00e4hlen davon. Nur haben sie leider keine Bilder dabei.\u00ab \u00bbJa, das erkennst du daran.\u00ab, so beginnt Dense zu erkl\u00e4ren, wie man die eine Vielzahl an Metallen unterscheiden kann. Sie erz\u00e4hlt auch von dem Schmied in Greifenstein, von dem die meisten ihrer Schmuckst\u00fccke sind.<br>Unterbrochen von dem Kichern der drei jungen M\u00e4dchen, die im darauffolgenden Wagen sitzen, seufzt Dense und kann ihre Entt\u00e4uschung nicht verstecken: \u00bbSolch lebensfrohe H\u00fcpfer\u2026\u00ab. Chimia schaut verwundert. \u00bbRubia ist so gut gelungen, aber Aavaa.\u00ab, Dense sch\u00fcttelt sich: \u00bbNur Unsinn im Kopf. Und Schanta unterst\u00fctzt sie dabei auch noch. Ach, ihr wisst ja, wie das mit M\u00e4dchen in dem Alter ist.\u00ab Sie bemerkt dann, wie alt Chimia sein muss und f\u00fcgt hinzu: \u00bbIhr scheint ja aber reif zu sein.\u00ab<br>\u00bbWenn man bei einem Schmied aufw\u00e4chst, weil die Eltern leider fr\u00fch verstorben sind, ist das eben ein anderes Leben. Keine Sorge, ich f\u00fchle mich nicht gekr\u00e4nkt. Schwere Zeiten gab es, aber wir kamen \u00fcber die Runden. Au\u00dferdem hab ich ja meine Freunde.\u00ab Dense erkennt Chimia an: \u00bbWenn ihr jemals nach Greifenstein kommt, kann ich meine Kontakte nutzen und euch M\u00f6glichkeiten f\u00fcrs Lernen schaffen.\u00ab \u00bbWenn ich mal dahin komme, dann sehr gerne. Ich m\u00f6chte haupts\u00e4chlich meine Ausbildung fortsetzen und alles, was danach kommt, sehe ich dann.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wagen hinter dem von Dense wird von Remus gefahren. Reeve schlie\u00dft zu ihm auf und prompt wird ihm angeboten, sich auf den Kutschbock zu setzen. Dankend nimmt er an und steigt auf. Loona ist das nicht geheuer und streunt nebenher. Mal dicht am Wagen, mal weiter entfernt. Reeve belobigt die Art des Reisens, woraufhin Remus nach Worten ringt. Unangenehme Stille macht sich zwischen ihnen breit. Keiner wei\u00df so recht, was er sagen soll. \u00bbOb es heute noch regnen wird?\u00ab, fragt Remus schlie\u00dflich. \u00bbK\u00f6nnte passieren, ja? W\u00e4re das ein Problem?\u00ab, lenkt Reeve ein. \u00bbNicht auf diesen Stra\u00dfen. Zwar ein wenig uneben und mit Unkraut bewachsen, aber das macht nichts.\u00ab Reeve summt zustimmend.<br>\u00bbWie bist du eigentlich in diesem Verbund gelandet?\u00ab \u00bbHab gejagt und mich um die Pferde der Armee gek\u00fcmmert. Seit einem halben Jahr bin ich nun bei Rill. Er bezahlt gut und p\u00fcnktlich\u00ab, bringt Remus als Antwort zusammen. L\u00e4chelnd schaut Reeve in Loonas Richtung: \u00bbDas klingt nicht schlecht. Wir drei haben in den W\u00e4ldern in der N\u00e4he unseres Dorfes gejagt, wobei ich eher ein Freund davon bin, mich um die Tiere zu k\u00fcmmern.\u00ab \u00bbIch wurde mal fast von einem Rudel W\u00f6lfe gefressen. Gl\u00fccklicherweise war ich auf auf einem Pferd und flink genug. K\u00f6nnen ganz sch\u00f6ne Biester sein.\u00ab \u00bbJa, sie k\u00f6nnen recht territorial sein. Doch solche Probleme hatten wir nie.\u00ab \u00bbIch war 14 und unachtsam. Sagt, wie habt ihr dieses Tier gez\u00e4hmt?\u00ab Kurz denkt Reeve \u00fcber seine Formulierung nach: \u00bbGez\u00e4hmt ist das falsche Wort. Ich hab sie im Wald gefunden und sie aufgep\u00e4ppelt, als sie noch relativ klein war. Sie hat sich an mich gew\u00f6hnt und ist bei mir geblieben. Loona tut niemanden etwas zu Leide.\u00ab<br>Ein anerkennendes Nicken von Remus: \u00bbDu kennst dich wohl wirklich gut mit Tieren aus. Kennst du den Ansurum? Ich wollte mal einen fangen, hab aber keinen gefunden.\u00ab \u00bbTats\u00e4chlich hab ich einen gesehen und auch sein Nest mit Eiern gefunden. So konnte ich ihn nat\u00fcrlich nicht mehr fangen.\u00ab \u00bbEin Tierfreund wie er leibt und lebt.\u00ab \u00bbEr ist sch\u00f6ner in Freiheit als in einem K\u00e4fig\u00ab, gibt Reeve zu Bedenken. \u00bbStimmt.\u00ab \u00bbWir haben auch eine Feder, magst sie sp\u00e4ter mal sehen?\u00ab Remus Augen funkeln: \u00bb\u00c4u\u00dferst gerne. Aber nicht Onus zeigen!\u00ab<br>\u00bbAuf keinen Fall. Warum ist er \u00fcberhaupt dabei?\u00ab<br>\u00bbPuh. Lange Geschichte. Um sein Gesicht nicht zu verlieren und um auf Rills Kosten zu reisen, nehme ich an. Onus hat Aavaa lange sch\u00f6ne Augen gemacht. Es hat aber nicht geklappt, in die Familie einzuheiraten. In dem Stand ist es nicht un\u00fcblich, Heiraten zu arrangieren. Muss f\u00fcr Onus ern\u00fcchternd, fast schon dem\u00fctigend sein, nun trotzdem an dieser Reise zu Aavaas Hochzeit teilzunehmen.\u00ab \u00bbJa, gut. Klingt aber auch nach einem entspannten Leben.\u00ab \u00bbWohl wahr. Andere, wie ich, m\u00fcssen daf\u00fcr hart arbeiten.\u00ab \u00bbArbeit mit Tieren ist dennoch sch\u00f6ner als manch anderes Schuften\u00ab, findet Reeve. Remus zeigt auf das Pferd: \u00bbSchaut es euch an. Es ist aus meiner Zeit beim Milit\u00e4r. Man kann g\u00fcnstig Pferde kaufen, wenn man wei\u00df wo. Manche Tiere halten den Stress nicht mehr aus. Dieses hat schon einige Lenzen auf dem Buckel.\u00ab \u00bbDas ist wunderbar. Sch\u00f6n, dass sie noch einen Zweck haben und gediegener weiterleben d\u00fcrfen.\u00ab<br>So plaudern die Beiden noch eine Weile weiter \u00fcber ihr Leben, von Tieren und vom Reisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Entgegen Chimias und Reeves Warnung gesellt sich Dalvenea zu Marcus, dem Scios-Priester. Erstaunlicherweise wirkt dieser heute in sich gekehrter, als ihre Freunde ihn beschrieben haben. Allm\u00e4hlich kommen sie ins Gespr\u00e4ch und reden \u00fcber die Hochzeit. Aavaa soll n\u00e4mlich gem\u00e4\u00df des Glaubens und dem Wunsch der Familie unter Scios verheiratet werden. \u00bbWas macht Scios aus? Mir sagt er leider nichts\u00ab, interessiert sich Dalvenea. Als h\u00e4tte er nur auf diese Fragen gewartet, sprudeln die Worte aus Marcus: \u00bbEr ist bekannt f\u00fcr seine unendliche Weisheit. Eltern erhoffen sich, dass diese in ihre Kinder einkehrt. Generell hilft er auch durch Rituale dabei, Entscheidungen zu treffen.\u00ab<br>\u00bbWie spannend. Wie sieht so eine Zeremonie aus?\u00ab \u00bbIm Kern besteht es aus schweigend meditieren.\u00ab \u00bbOh, dann ist das nichts f\u00fcr mich\u00ab, wimmelt Dalvenea ihn ab. \u00bbVielleicht gerade deshalb ist es etwas f\u00fcr dich. Woran glaubst du eigentlich?\u00ab, wechselt Marcus das Thema. \u00bbEs w\u00e4re sch\u00f6n, wenn etwas existiert. Ob nun Timoria oder wer anders, das spielt weniger eine Rolle. Einfach irgendwer, der uns wirklich in finsteren Zeiten beistehen kann.\u00ab \u00bbMhm, Timoria. Ja, alles deutet darauf hin, das damit Orinyl gemeint ist. Ich habe geh\u00f6rt, dass der Glauben an Timoria sehr strikt ist. Die Tore der Tempel werden selten ge\u00f6ffnet. Es gibt nur Priesterinnen. Wie passt Tonius da ins Bild?\u00ab<br>Dalvenea erz\u00e4hlt von Tonius&#8216; Begegnung mit Timoria, seiner \u00dcberzeugung und wie es dazu kam, dass sie zusammen reisen. Auch wiederholt sie jegliche Geschichten \u00fcber die Pilgerreise, w\u00e4hrend Marcus sorgf\u00e4ltig zuh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach zwei Stunden legt die Karawane eine Erfrischungspause ein. Etwas essen und trinken, um sich f\u00fcr den weiteren Marsch zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder unterwegs l\u00e4uft Chimia am Ende der Reisegruppe, wo Basilus das Schlusslicht bildet. Sie bedankt sich bei ihm f\u00fcr das Teilen des Zeltes und f\u00fcr das leckere Essen. \u00bbKein Problem, Remus schnarcht eh\u00ab, entgegnet er. \u00bbWir bleiben noch ein oder zwei N\u00e4chte, dann kannst du dich etwas davon erholen.\u00ab \u00bbDie N\u00e4chte der Ruhe nehme ich gerne. Sind schlie\u00dflich schon vier Wochen unterwegs\u00ab, erz\u00e4hlt Basilus und fragt, ob sie sich schon viel mit den anderen unterhalten hat. \u00bbJa! Ungef\u00e4hr mit der H\u00e4lfte. Alle sehr freundlich und zuvorkommend\u00ab, brabbelt Chimia los und erz\u00e4hlt von ihrer Ausbildung zum Schmied und Denses beeindruckendes Geschmeide.<br>Basilus erinnert sich zur\u00fcck: \u00bbDaran musste ich mich auch erstmal gew\u00f6hnen.\u00ab Auf Chimias Nachfrage hin erz\u00e4hlt er seine Lebensgeschichte. \u00bbSeit 2 Jahren bin ich dabei. Ich hab in verschiedenen Tavernen ausgeholfen und hatte nie das Geld f\u00fcr eine eigene. Das kommt hier meinem Traum am n\u00e4chsten.\u00ab \u00bbWolltest du denn schon immer Koch werden?\u00ab \u00bbJa. Auf jeden Fall. Meine Mutter ist fr\u00fch gestorben. Mein Vater ist mittlerweile auch tot. Er war Gem\u00fcseh\u00e4ndler und durch seine Kontake bin ich schlie\u00dflich von Meister Rill aufgenommen worden. Erst hab ich nur in der K\u00fcche geholfen und schlie\u00dflich war ich Koch.\u00ab \u00bbJa, Rill ist wirklich sehr freundlich. Erst machte mich diese \u00fcberschw\u00e4ngliche Gastfreundschaft skeptisch, aber mittlerweile ist dieses Gef\u00fchl weg.\u00ab \u00bbVerst\u00e4ndlich. Es ist schon eine Seltenheit. Onus und Marcus ertrage ich nicht lange.\u00ab \u00bbNe, Marcus muss echt nicht sein\u00ab, pflichtet Chimia bei. So unterhalten sie sich weiter \u00fcber ihre Gef\u00e4hrten und gutes Essen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Weile kommt Schanta mit einem verschmitzten L\u00e4cheln auf Basilus zu, dr\u00fcckt ihm einen Zettel in die Hand und holt wieder zu ihrem Wagen auf. Basilus wirft einen Blick auf die Nachricht und steckt ihn ein. \u00bbWo waren wir stehen geblieben?\u00ab, widmet er sich wieder Chimia. Sie erz\u00e4hlt, dass das Reisen mit Freunden wunderbar sei und auch Tonius kein schlechter Zeitgenosse ist. Zu solchen Chancen, wie mit dieser Karawane zu reisen, sagt man auch nicht nein. Basilus stimmt ihr zu. Doch hofft er, dass ihm am Ziel weniger Arbeit erwartet und etwas entspannen kann, bevor es wieder zur\u00fcckgeht.<br>\u00bbWas erwartet dich denn in der Zukunft?\u00ab, erkundigt sich Basilus bei Chimia. \u00bbIch hab erfahren, dass ich nicht viel wei\u00df. Das ist be\u00e4ngstigend, ist aber auch sehr spannend. M\u00f6chtest du noch irgendwas au\u00dferhalb von Greifenstein tun? Jetzt, wo du mehr von der Welt gesehen hast?\u00ab \u00bbJa. Irgendwann m\u00f6chte ich mal zur See, oder auch woanders hin. Malaka hat viel erz\u00e4hlt. Das klingt alles sehr fantastisch. Ich w\u00fcrde gerne Meeresfische fangen und lernen sie zuzubereiten.\u00ab \u00bbWunderbar! Das klingt nach einem guten Plan.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrenddessen unterh\u00e4lt sich Reeve mit Rill. Er hat die Z\u00fcgel seinem Sohn \u00fcberlassen und gemeinsam laufen sie nun neben dem Wagen. \u00bbIch freue mich, dass du mit mir reden m\u00f6chtest. Bist ein Mann eures Wortes\u00ab, anerkennend schenkt Rill Reeve ein L\u00e4cheln. Dieser bedankt sich erneut f\u00fcr die Gastfreundschaft und gibt Lob zur\u00fcck: \u00bbIhr habt eine sehr nette Reisegruppe zusammengestellt.\u00ab \u00bbVielen Dank. Der gr\u00f6\u00dfte Teil ist mein Hausstand.\u00ab \u00bbAber auch den muss man sich erstmal so aufbauen!\u00ab, bedenkt Reeve: \u00bbUnd halten muss man ihn auch. Nicht alle sind immer begeistert dabei.\u00ab \u00bbEs erfordert gutes Gesp\u00fcr und die richtigen Momente. Wie ich merke, hast du dich mit Remus unterhalten. Ja, den habe ich aus seiner Situation herausgeholt. Wollte niemanden im Krieg t\u00f6ten. Geld an die richtige Stelle, schon war er frei und arbeitete f\u00fcr mich\u00ab, erinnert Rill sich zur\u00fcck. \u00bbJa, er erz\u00e4hlte auch von den Pferden.\u00ab \u00bbStimmt, die sind au\u00dferordentlich. Ich bin sehr zufrieden. Ich gebe zu, wir reisen im gro\u00dfen Luxus nach Timor. Das ist etwas besonderes.\u00ab Reeve lobt: \u00bbAbsolut. Und das Essen erst!\u00ab \u00bbIch habe gro\u00dfen Respekt vor der Arbeit meiner Leute.\u00ab<br>\u00bbIhr habt doch sicherlich ein paar Fragen. Stellt sie gerne\u00ab, kommt Reeve auf den urspr\u00fcnglichen Grund der Unterhaltung zur\u00fcck. \u00bbOh ja. Es gibt also H\u00f6fe, auf denen die Menschen nicht gerne arbeiten?\u00ab \u00bbGenau\u00ab, best\u00e4tigt Reeve und beginnt mit der Erz\u00e4hlung \u00fcber Julius Hof, deren Geschehnisse und die Stimmung der Leute. \u00bbEs kommt wirklich sehr darauf an, wie man seine Leute behandelt. Nur Geld allein, macht dich nicht zu einem guten Anf\u00fchrer\u00ab, best\u00e4tigt Rill.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbWir k\u00f6nnen doch offen reden, oder?\u00ab, fragt Rill Reeve vorsichtig. \u00bbNat\u00fcrlich!\u00ab \u00bbHabt ihr vielleicht einen guten Rat? Basilus\u2026 was soll ich mit ihm machen?\u00ab Reeve schaut sichtlich verwirrt. \u00bbIst euch das nicht aufgefallen? Er steigt meiner Tochter nach.\u00ab \u00bbOh, achso. Da hab ich was gesehen, ja\u00ab, erinnert sich Reeve. \u00bbMeine Frau und ich, wir beobachten das genau. Noch ist alles sehr spielerisch. Solange das so bleibt, ist alles gut. Ich wollte ihn schon entlassen, aber das m\u00f6chte ich ihr nicht antun\u00ab, berichtet der besorgte Vater. \u00bbVerstehe, die arrangierte Ehe. Muss nicht ganz einfach f\u00fcr sie sein.\u00ab \u00bbIch kann es nicht mehr \u00e4ndern. Nur was ist mit Basilus?\u00ab \u00bbWarum? Sie bleibt in Timor und er reist mit euch zur\u00fcck\u00ab, gibt Reeve zu bedenken. \u00bbJa. Ja, das schon. Vielleicht kannst du mal fragen und mehr herausfinden. Oder einer deiner Freunde bitten?\u00ab \u00bbDalvenea w\u00e4re eine gute Wahl. Ich schau mal.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Rill bedankt sich und teilt seine Gedanken: \u00bbEs ist auch nicht einfach f\u00fcr mich, sie dort zu lassen. Aber Gesch\u00e4ft ist Gesch\u00e4ft.\u00ab In seinem Gesicht ist Entschlossenheit, aber auch Sorge zu sehen. Welfus hat zeitgleich Sorgen den Wagen auf der Stra\u00dfe zu halten. Rill schaut ihn sehr entt\u00e4uscht an und seufzt: \u00bbAch ja, dein Wolf. Ihr wolltet mir ja noch erz\u00e4hlen, wie es dazu gekommen ist.\u00ab Und auch ihm erz\u00e4hlt Reeve die Geschichte, wie er Loona kennengelernt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Dalvenea genie\u00dft ihre Zeit mit einem guten Gespr\u00e4ch. Aavaa l\u00e4dt sie ein, auf die Wagen aufzusteigen. Dieses Angebot nimmt sie nat\u00fcrlich an. Schanta l\u00e4chelt sch\u00fcchtern. \u00bbWie war eure Nacht? Gut geschlafen?\u00ab, fragt Nea in die Runde. Aavaa \u00fcbernimmt das Reden: \u00bbNicht all zu lang. Aber wir haben uns etwas erholen k\u00f6nnen.\u00ab Schanta versucht mit gr\u00f6\u00dfter M\u00fche, nicht an den Kuss von letzter Nacht zu denken und weicht allen Blicken aus, als k\u00f6nne sie so, der Situation entfliehen. Aavaa kichert bei dem Anblick und auch Rubia schmunzelt. Dalvenea reagiert gelassen und zwinkert ihr zu: \u00bbKeine Sorge. Um mich brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Wir k\u00f6nnen ganz normal miteinander reden.\u00ab Schanta entspannt ihren K\u00f6rper und versucht es, gelassen zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSag mal, hast du eigentlich Interesse an jemandem?\u00ab, fragt Aavaa interessiert. Sie sieht Dalvenea als Vorreiterin in Sachen Offenheit an. \u00bbNaja, momentan kein ernstes. Welfus ist aus eurer Gruppe noch interessant.\u00ab \u00bbSo, so. Spielst du eigentlich mit den Leuten?\u00ab, hakt Schanta nach. \u00bbDas w\u00fcrde ich so direkt nicht sagen. Ich habe Spa\u00df am Flirten und daran, die Reaktion des Gegen\u00fcbers zu sehen. Sagt mir jemand, dass er es nicht m\u00f6chte, habe ich kein Problem damit, aufzuh\u00f6ren. Und denkt einer, ich will mehr, liegt das nicht in meiner Hand. Ich verspreche nichts, was ich nicht halten kann. Ihre Vorstellungen haben nichts mit mir zu tun. Die Menschen sind es einfach nicht gew\u00f6hnt, dass man die Sache als Frau selbst in die Hand nimmt. Ein weiterer Pluspunkt ist: Ich bekomme in der Taverne mehr Trinkgeld. Sie k\u00f6nnen einfach nicht sehen, dass es Teil der Arbeit ist. Das ist f\u00fcr mich schon sehr b\u00f6se geendet..\u00ab, beantwortet Dalvenea die Frage wahrheitsgem\u00e4\u00df und fasst sich an ihre Narbe. Kurzes Schweigen bis sie zusammenfasst: \u00bbGenug davon, Kurzfassung: Ich mag es einfach.\u00ab<br>\u00bbDanke f\u00fcr die Antwort!\u00ab, erwidert Aavaa h\u00f6flicherweise, da sie die H\u00e4lfte der Sachen nicht nachvollziehen konnte. Ihre Erfahrungen mit der Welt sind g\u00e4nzlich unterschiedlich. \u00bbUnd was ist mit Tonius? Wie findest du den?\u00ab, f\u00fchrt sie die Unterhaltung fort. Schanta huscht aus dem Wagen. Die M\u00e4dchen tauschen ihre Meinungen zu Tonius aus. Alle sind sichtlich begeistert von seiner freundlichen, einnehmenden Pers\u00f6nlichkeit. \u00bbWas ist mit Reeve und dem wilden Tier?\u00ab, m\u00f6chte Aavaa weiter wissen. Bei ihrer Frage formt sich ihr Gesicht zu einer absch\u00e4tzigen Grimasse. Dalvenea ist erz\u00fcrnt und erkl\u00e4rt haargenau, was falsch an ihrer Aussage und ihrer Annahme ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Schanta kehrt zur\u00fcck und fragt, \u00fcber wen gerade gel\u00e4stert wird. \u00bb\u00dcber Reeve, das Landei\u00ab, sagt Rubia. Offensichtlich ohne Einsicht. \u00bbJa, Varase war schon gro\u00df f\u00fcr ihn\u00ab, gibt Dalvenea zu. Die drei M\u00e4dchen lachen: \u00bbGreifenstein ist hundertmal gr\u00f6\u00dfer.\u00ab \u00bbDass in Greifenstein alles gr\u00f6\u00dfer ist, hat Welfus mir schon erz\u00e4hlt\u00ab, erwidert Dalvenea sichtlich auf eine Sache abzielend. Das Lachen schallt nur so. Rubia versteht nichts und kichert aus Anstand mit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbUnd was hat es mit Chimia auf sich?\u00ab, fragt Schanta. \u00bbJa, Chimia ist die Beste. Sie ist so freundlich und hilfsbereit. Sie war die erste, die sich meiner angenommen hat als ich in Broscia ankam. Mit ihr ist auch Schweigen sch\u00f6n, sonst rede ich immer gerne und viel.\u00ab \u00bbMit jemandem schweigen zu k\u00f6nnen, ist wertvoller als mit jemanden reden zu k\u00f6nnen\u00ab, entgegnet Schanta. \u00bbAbsolut. Dir wurde schon Wahrheit eingefl\u00f6\u00dft\u00ab, erwidert Dalvenea mit einem Zwinkern.\u00ab Schanta versucht sich an einer Antwort, doch nur ihr Gesicht gibt eine klare Auskunft. \u00bbDu bist sehr sch\u00f6n, wenn deine Wangen err\u00f6ten\u00ab, schlie\u00dft Dalvenea ihren Offensive ab. Sie tratschen weiter \u00fcber die Unwichtigkeiten des Lebens und ihren Reisen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein verh\u00e4ngnisvoller Abend<\/h3>\n\n\n\n<p>Gegen Abend kommt die Karawane an einem gro\u00dfen See vorbei und sie beschlie\u00dfen, ihr Nachtlager dort aufzuschlagen. W\u00e4hrend die M\u00e4dchen, unter ihnen auch Nea und Chimia, schwimmen gehen, bauen die anderen die Zelte auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Tonius und Reeve arbeiten zusammen. Sie unterhalten sich \u00fcber die Leute, mit denen sie bisher geredet haben. Basilus empfinden beide als \u00e4u\u00dferst netten Zeitgenossen, doch Marcus k\u00f6nnen beide nicht leiden. \u00bbIch gehe ihm aus dem Weg. Eine Unterhaltung hat mir gereicht\u00ab, verk\u00fcndet Reeve. \u00bbIch auch! Er sagt, ich sei kein richtiger Priester und solle mir das mit Timoria nochmal \u00fcberlegen. So eine Dreistigkeit!\u00ab, erg\u00e4nzt Tonius und erntet Zuspruch. \u00bbWollen wir Basilus unter die Arme greifen?\u00ab, fragt der Prediger, als das Zelt sicher steht. \u00bbNat\u00fcrlich!\u00ab Dankbar f\u00fcr die Hilfe, weist Basilus sie an, was zu tun ist. Reeve erh\u00e4lt die ehrbare Aufgabe, Zwiebeln zu schneiden. Seine Arbeit liebend erkl\u00e4rt Basilus, wie man f\u00fcr eine gro\u00dfe Gruppe kocht und auf welche Feinheiten man achten sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Stunde vergeht, ehe die Damengruppe vom See in Richtung Lager tritt. Basilus wirft einen erwartungsvollen Blick in ihre Richtung. Tonius r\u00e4uspert sich: \u00bbHast du mal \u00fcberlegt, ihr zu sagen, was du empfindest?\u00ab Die Worte str\u00f6men nur so aus Basilus: \u00bb Wie soll ich das denn machen? Ich bin nur ein einfacher Koch. Wie stellst du dir das vor? Soll ich mit ihr weglaufen?\u00ab \u00bbIst das deine Idee? Ich wei\u00df nicht. Rill hat mich ehrlich gesagt auch auf die Situation angesprochen\u00ab, gibt Reeve zu. Basilus Augenbrauen ziehen sich zusammen: \u00bbDu wurdest angesetzt?\u00ab \u00bbIch wei\u00df nicht, ob man das so sagen kann. Er hat mich nach Rat gefragt. Ich wusste aber auch nicht, was ich sagen soll.\u00ab \u00bbWas soll ich denn nur machen?\u00ab, jammert Basilus. \u00bbVielleicht kann Dalvenea dir helfen. Sie scheint sich gut mit ihnen zu verstehen.\u00ab \u00bbRill wird niemals irgendwas in diese Richtung erlauben. Welfus wird mir eine mitgeben! Er ist sehr aufbrausend\u00ab, f\u00fchrt Basilus seine Verzweiflung fort. Reeve best\u00e4tigt: \u00bbDas habe ich schon bemerkt. Es ist nicht unauff\u00e4llig.\u00ab Tonius pflichtet bei: \u00bbWenn Reeve das auff\u00e4llt, dann muss das was hei\u00dfen. Ich denke weiter \u00fcber eine L\u00f6sung nach.\u00ab F\u00fcr den Seitenhieb erntet er von Reeve einen b\u00f6sen Blick.<\/p>\n\n\n\n<p>Chimia und Dalvenea kommen auf ihre Freunde zu und ehe man sich versieht, \u00fcberrumpelt Reeve Nea schon mit ihrer neuen Aufgabe, herauszufinden, wie Aavaa wirklich zu Basilus steht. Nea ist geschockt und kann nicht glauben, dass sie bisher nichts davon mitbekommen hat. \u00bbTja, warst halt mit anderen Dingen besch\u00e4ftigt\u00ab, gibt Reeve ihr einen Seitenhieb. In der Ferne stehen die drei M\u00e4dchen, tuscheln und zeigen dann in unsere Richtung. Basilus wird es zu unangenehm. \u00bbBitte geht. Ich m\u00f6chte mich in Ruhe um das Essen k\u00fcmmern.\u00ab Seinem Wunsch wird Folge geleistet.<\/p>\n\n\n\n<p>Reeve informiert Nea nun im kleineren Kreis \u00fcber die Aufgabe. \u00bbBekommen wir denn auch was daf\u00fcr?\u00ab, hakt sie nach. \u00bbWarum? Wir laufen hier kostenlos mit und bekommen sogar Essen gestellt.\u00ab \u00bbOh, ja, da hast du Recht\u00ab, gibt Nea zu. \u00bbAu\u00dferdem ist das doch eh deine liebste Besch\u00e4ftigung dich in Liebesbeziehungen einzumischen\u00ab, neckt Reeve. \u00bbDas stimmt so nicht! Ich kreiere gerne meine eigenen und mische mich nicht in andere ein\u00ab, verteidigt sie sich und gibt ihrem Freund einen Schlag gegen die Schulter. Reeve erwidert ihre Geste und erntet daf\u00fcr einen leichten Schlag auf den Hinterkopf.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter ist das Essen bereit und alle lassen es sich gut gehen. Tanz, Speis und Trank &#8211; was will man mehr? Nachdem sie aufgegessen haben, setzt sich Dalvenea zu Welfus. Er ist abweisend, doch l\u00e4sst sich auf Gepl\u00e4nkel ein. Schlie\u00dflich geht er, um f\u00fcr die beiden Wein zu holen. Dankend nimmt Nea an. Zum einen, weil er wirklich ein interessanter Zeitgenosse ist. Zum anderen, weil sie noch einige Informationen aus ihm herausholen m\u00f6chte. Tats\u00e4chlich lassen sich einige alte, aber auch neue Erkenntnisse gewinnen. Onus war lange in Aavaa verliebt. Aavaa und Basilus sind ein allseits bekanntes Geheimnis. Seiner Ansicht nach ist es aber nichts ernstes. Misha macht sich an Onus run, welcher es aber ins Leere laufen l\u00e4sst. Welfus vermutet, Geld ist mehr von seinem Interesse. Nea ist der Ansicht, seltene Tiere sind seine h\u00f6chste Priorit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Welfus hat von Nea und Schantas Kuss erfahren. \u00bbEs ist eine Erfahrung wert\u00ab, witzelt sie. \u00bbIst das eine Aufforderung?\u00ab, raunt er. \u00bbVielleicht sp\u00e4ter\u00ab, winkt Nea ihn ab. Sie pl\u00e4nkeln und plaudern weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Chimia und Reeve lauschen der Musik. Misha setzt sich zu ihnen, um zu reden, doch merkt sie schnell, dass die beiden eher nicht an einer Unterhaltung interessiert sind und verzieht sich mit h\u00e4ngendem Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>Marcus geht als Erster zu Bett. Andere kommen und gehen, sitzen hier und dort. Geplauder beginnt und endet. Die Stimmung ist \u00e4u\u00dferst gel\u00f6st. Alle genie\u00dfen die angenehme Gesellschaft. Chimia und Reeve werden immer mal wieder angesprochen. Nichts h\u00e4lt lange, aber trotzdem sind sie froh \u00fcber das Interesse. Tonius und Malaka spielen mal zusammen, mal getrennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dalvenea sitzt noch immer mit Welfus. Er kann nicht so wirklich von ihr ablassen und niemand scheint auf sie zukommen zu wollen. Beiden steht die M\u00fcdigkeit durch die Reise ins Gesicht geschrieben. Unwissend, wie sie elegant von selbst aus der Situation entkommen kann, gibt Nea Chimia ein Zeichen. Sie erkennt es sofort und steht auf, um ihre Freundin abzuholen. Tonius sieht, dass sie ins Bett gehen wollen und bietet an, die erste Wache zu \u00fcbernehmen. Chimia bietet an, die n\u00e4chste zu halten. Mehr braucht Tonius nicht wissen und widmet sich seinem Klangspiel. Auch Reeve geht ins Bett und gemeinsam schlafen sie zu den seichten Kl\u00e4ngen der Laute ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach zwei bis drei Stunden wird Chimia von Tonius geweckt. Ehe sie etwas sagen kann, ist Tonius schon eingeschlafen. Drau\u00dfen ist das Feuer noch am flackern. Sie genie\u00dft die frische Luft und sieht Basilus vom See kommen. Er geht wortlos an ihr vorbei. Auf ihren \u00bbGute Nacht\u00bb-Wunsch winkt er nur. Der Rest ihrer Wache vergeht ereignislos.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie weckt Dalvenea, welche schlaftrunken nach dem Grund fragt. \u00bbDu bist jetzt dran.\u00ab Kaum spricht Chimia diese Worte aus, wiehern die Pferde. Sofort schie\u00dft sie aus dem Zelt, um nach den Pferden und den Grund ihres Unwohlseins zu schauen. Die Pferde werden durch Chimias N\u00e4he beruhigt und eine Pr\u00fcfung best\u00e4tigt, sie sind noch fest angebunden. Nea macht sich w\u00e4hrenddessen auf und setzt sich neben das Feuer nieder. Immer noch im Versuch, richtig wach zu werden. Chimia gibt ihrer Freundin Bescheid, dass nichts zu sehen war und legt sich schlafen. Es beginnt zu tr\u00f6pfeln, doch nichts, was Sorgen machen m\u00fcsste. Abschlie\u00dfend ist Reeve dran, Wache zu halten. Um ihn zu wecken, kommt Dalvenea auf drei Zentimeter an Reeve sein Gesicht. In der Hoffnung, ihn erschrecken zu k\u00f6nnen, wenn er wach wird. Leider wird ihr diese Genugtuung nicht verg\u00f6nnt. Er erschreckt kein bisschen: \u00bbIch dachte nicht, dass du das w\u00e4hrend eines Wachwechsels machen willst.\u00ab \u00bbHuh? Was meinst du?\u00ab, entgegnet Nea irritiert. \u00bbNichts, nichts.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Reeve geht unbeeindruckt zur Wache. Auch seine vergeht ereignislos. Gegen Ende, im Morgengrauen, taucht Basilus auf. Er beschwert sich \u00fcber seinen Schlaf und Reeve pflichtet bei. Der Koch m\u00f6chte sich erstmal frisches Wasser holen und geht hinunter zum See. Einige Augenblicke vergehen, die wie eine Ewigkeit wirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schrei durchschneidet die Luft. Er kommt vom See. Reeve springt auf und rennt augenblicklich los. Er erkennt am Ufer, einhundert Schritte vom Lager entfernt, Basilus, der auf dem Boden kniet und panisch in seine Richtung schaut. Je n\u00e4her Reeve kommt, desto mehr erkennt er die Situation.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein K\u00f6rper.<br>Leblos und blass.<br>Es ist Aavaa, die dort tot am Ufer liegt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abschlie\u00dfende Worte<\/h3>\n\n\n\n<p>Soweit von den weiteren Abenteuern von Reeve, Chimia und Dalvenea. Was ist mit Aavaa geschehen? Werden Sie Timor je erreichen? Wird der Greifensch\u00e4del dank ihrer Opfergabe sprechen? Wir finden es heraus und hoffen, davon berichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kapitel 2 &#8211; Die Hochzeitsgesellschaft Dramatis personae Reeve Amery mit seinem Wolf Loona Chimia Ferrarius, eine Schmiedin Dalvenea, eine \u00dcberlebensk\u00fcnstlerin in weiteren Rollen, der Spielleiter Was bisher geschah Es ist der Fr\u00fchling des Jahres 55 nach der Finsternis auf der &hellip; <a href=\"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/die-saga-des-sprechenden-schaedels-3\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46],"tags":[45],"class_list":["post-241","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-saga-des-sprechenden-schaedels","tag-spielbericht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/241","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=241"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/241\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":243,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/241\/revisions\/243"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=241"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=241"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=241"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}