{"id":211,"date":"2024-03-09T11:03:01","date_gmt":"2024-03-09T10:03:01","guid":{"rendered":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/?p=211"},"modified":"2024-06-16T17:11:57","modified_gmt":"2024-06-16T16:11:57","slug":"der-junge-blutpriester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/der-junge-blutpriester\/","title":{"rendered":"Der junge Blutpriester"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Haus der Sierhalls wurde nach und nach wieder aufgebaut. Es war bei weitem kein Palast, aber es regnete nicht herein und sie hatten T\u00fcren und Fenster, die verschlossen werden konnten. Der Handel von Kuro bl\u00fchte auf, nachdem die junge Familie auf der Sch\u00e4delinsel angekommen war. Er musste nicht mehr im Geheimen agieren, konnte offen mit exotischen Kr\u00e4utern und Pr\u00e4paraten handeln. Er versteckte seine Zugeh\u00f6rigkeit zur Horde nicht und trug Kn\u00f6pfe mit dem Wappen an deinem Mantel. Am Anfang waren einige seiner Kunden, die nicht auf der Sch\u00e4delinsel beheimatet waren, vorsichtig. Schnell verstanden diese jedoch die Vorteile eines H\u00e4ndlers mit wenig Skrupel und Zugang zu so vielen verschiedenen Organisationen, Handwerken und Rassen. Ob es jetzt eine von Schwarzen Zwergen geschmiedete Axt, Gift von Dunkelelben oder S\u00f6ldner, die die Drecksarbeit f\u00fcr einen erledigen &#8211; Kuro konnte es organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Frau Sunako genoss es sehr, sich nicht mehr verstecken zu m\u00fcssen. Als Hexe, die Magie und Alchemie praktizierte, musste sie fr\u00fcher immer auf der Hut sein. Doch in der Horde, in Ureban na Xertes, war das ein allt\u00e4gliches Treiben. Zum Teil f\u00fchrt sie nun sogar magische Experimente an Goblins durch oder testet ihre neu entwickelten Tinkturen und L\u00f6sungen an ihnen. Es liefen so viele davon herum, dass sie sehr verschwenderisch eingesetzt werden konnten- zumindest solange sie nicht in Ritualen oder an der Front gebraucht wurden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ihre Forschungsergebnisse teilte sie regelm\u00e4\u00dfig den Blut- und Knochenpriestern des, auf der Sch\u00e4delinsel vorherrschenden, Sataki-Kults mit. Elixiere oder Salben, die das Leben von Opfergaben, meist niedere Lebensformen der Horde oder Tiere, bei einem Ritual ein wenig hinausz\u00f6gerten und somit das Leiden verl\u00e4ngern, waren gern gesehen und werden h\u00e4ufig benutzt. Man sagt, je l\u00e4nger das Opfer leideten, sodass das Blut vor Aufregung fast zu kochen beginnt, desto effektiver ist es.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch ihre zuverl\u00e4ssige und regelm\u00e4\u00dfige Arbeit mit den Tempeln war die Familie einem Knochenpriester aufgefallen. Der Mann, der exotische G\u00fcter beschaffen konnte; die Frau, die den Tempel und die Rituale mit ihren Experimenten, sowie Wissen unterst\u00fctzte; das Kind, der kleine Sakul, \u00fcber den das Viertel, in dem die Familie lebte, hinter vorgehaltener Hand redete. Sie konnten sich als eine willkommene Verst\u00e4rkung f\u00fcr den Sataki-Kult und seine Priesterschaft herausstellen. Der besagte Knochenpriester trug seinen untergebenen Blutpriestern auf, die Familie in den Tempel zu bestellen. Diese folgten der Aufforderung schnell, um nicht den Zorn Satakis auf sich zu ziehen. Sunako wurde in den Stand einer Blutpriesterin erhoben. Sunako lernte nun die Rituale selbst durchzuf\u00fchren, die sie zuvor so zuverl\u00e4ssig unterst\u00fctzt hatte. Wie es die Tradition des Kultes will, muss jeder der Priester ein besonderes Amulett um den Hals tragen. Es bestand aus einem roten Stein und gibt dem Tr\u00e4ger Kr\u00e4fte, die n\u00f6tig sind, um die Rituale durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch den neuen Stand war es der Familie wichtig, in der N\u00e4he der Tempelanlage zu leben. Nachdem sie ein angemessenes Haus in Laufreichweite gefunden hatten, bezogen sie es. Das neue Heim war wesentlich hochwertiger als das Alte und die drei lebten sich schnell im Viertel ein.<br>Zu dem Tempel geh\u00f6rte eine Bibliothek, die ausschlie\u00dflich D\u00e4monen und Priester betreten durften. Durch den Rang des Blutpriesters war es Sunako nun m\u00f6glich, diesen Hort des Wissens zu besuchen. Dort studierte sie weiter die verschiedenen Rituale des Kults. Au\u00dferdem versuchte sie, Informationen \u00fcber das Buch zu sammeln, was niemand bis auf ihren Jungen zu \u00f6ffnen verstand und das schon so viele Fragen aufgeworfen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sakul war mittlerweile zehn Jahre alt. Er wuchs in der Horde auf und die Rituale, Experimente und Opfer geh\u00f6rten f\u00fcr ihn zum Alltag dazu. Au\u00dferdem lernte er die Sprache, Traditionen und Gepflogenheiten der Horde, sofern man diese so nennen kann und m\u00f6chte. Das r\u00e4tselhafte Buch seines Vaters geh\u00f6rte mittlerweile zu ihm wie eine zweite Haut. Er legte es nur zum Schlafen zur Seite und selbst dann lag es direkt neben seinem Bett. Immer wieder bl\u00e4ttere er durch die Seiten des r\u00e4tselhaften Buches und versuchte aus ihm schlau zu werden. Es war ungleich allen anderen B\u00fcchern, die er oder seine Eltern gesehen hatten.<br>Das Buch sch\u00fctze seine Informationen sehr gut vor denen, die es als unw\u00fcrdig betrachtete. Die Schrift und Abbildungen bewegten sich oder verschwammen, wenn au\u00dfer Sakul noch jemand in das Buch schaute. Wenn er allein durch die Seiten bl\u00e4ttert, offenbart sich eine fremde Sprache, die er nicht entziffern konnte. Er sp\u00fcrte, dass ihn etwas mit diesem Artefakt verband. Ein unsichtbares Band, welches ihn immer wieder zu dem Buch zog und daf\u00fcr sorgte, dass er es \u00f6ffnen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat von seinen Eltern eine Umh\u00e4ngetasche aus Leder geschenkt bekommen, um das Buch zu transportieren. Diese war \u00e4u\u00dferst hilfreich, als er sich nach einigen Monaten die seine Mutter nun Priesterin war, dazu entschloss sich ihr anzuschlie\u00dfen. Er wollte nicht in die Fu\u00dfstapfen seines Vaters treten und Handel betreiben. Er wollte lernen, Magie einzusetzen, das Buch zu nutzen und an den Ritualen teilzunehmen. Seine Eltern diskutierten dar\u00fcber, aber entschlossen sich schlie\u00dflich, seiner Wissbegierigkeit statt zu geben. So ergab es sich, dass seine Mutter ihn mit in den Tempel nahm und Sakul immer in der ersten Zuschauerreihe stand, als die abendlichen Rituale ausgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Knochenpriester, die auf der Sch\u00e4delinsel waren und nicht das Heer unterst\u00fctzten, schauten erst etwas skeptisch auf das Kind. Schnell erkannten sie jedoch das Potenzial des Jungen. Nachdem der Sch\u00e4delpriester ein Ritual durchf\u00fchrte, in dem Sakul wieder ganz vorn mit seiner Mutter stand, befahl er einem Knochenpriester den Jungen in die Reihen der Priester aufzunehmen. Er sp\u00fcrte, dass der Junge der Horde noch wichtig werden k\u00f6nnte. Man solle ihn so schnell wie m\u00f6glich rekrutieren, damit er Sataki n\u00e4her kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so geschah es &#8211; Sunako wurde dar\u00fcber in Kenntnis gesetzt, dass der Sch\u00e4delpriester pers\u00f6nlich den Befehl erteilt hat, woraufhin sie keine Zeit verschwendete und dies mit Kuro besprach. Zum n\u00e4chstm\u00f6glichen Zeitpunkt wurde Sakul Sierhall feierlich in den Kreis der Blutpriester aufgenommen. Als ihm das Amulett um den Hals gelegt wurde, blitzte das Buch in seiner Tasche erneut rot auf und verdr\u00e4ngte die Dunkelheit der Nacht mit einem schaurigen Schein.<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas abseits des Rituals, in einer Ecke des Tempels stand der Sch\u00e4delpriester, ungesehen von der Menge an Blutpriestern und Schergen. Ein breites Grinsen formte sich unter seiner Maske und er nickte sich selbst zu, bevor er sich umdrehte, um sein weiteres Vorgehen vorzubereiten.<\/p>\n\n\n\n<p>DER JUNGE BLUTPRIESTER<br>Lukas Dittrich<br>Dezember 2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Haus der Sierhalls wurde nach und nach wieder aufgebaut. Es war bei weitem kein Palast, aber es regnete nicht herein und sie hatten T\u00fcren und Fenster, die verschlossen werden konnten. Der Handel von Kuro bl\u00fchte auf, nachdem die junge &hellip; <a href=\"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/der-junge-blutpriester\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[31,44],"class_list":["post-211","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-story","tag-enzy","tag-sakul-sierhal"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=211"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":223,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211\/revisions\/223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/horde-der-finsternis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}